Heft 218 November 2008
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Datenstriptease

»Glücklich ist, wer vergisst...«

aber das Netz vergisst nichts! Teil II

Hände auf einer Tastatur

Der rheinland-pfälzische Datenschutzbeauftragte Edgar Wagner warnt immer wieder davor, freiwillig persönliche Daten preiszugeben ohne zu wissen, wo sie wie lange von wem verwendet und weitergegeben werden. Anhand von konkreten Beispielen wird Edgar Wagner in den MAINZER- Ausgaben erläutern, wo Gefahren für den unbeabsichtigten »Datenstriptease« lauern und wie Sie sich gegen FKK im Internet wehren können.

google: Was bringt die Marktmacht?

550 Milliarden Web-Seiten sind weltweit im Internet zu finden, über die Suchmaschine »google« ist der Zugriff auf 80 Milliarden dieser Seiten möglich. Weltweit klicken 89 Prozent der Internetnutzer »google« an, in Deutschland sind es 87 Prozent. Täglich werden weltweit über google 200 Millionen Suchanfragen gestartet, im August 2007 haben in 31 Tagen 750 Millionen Internetnutzer 61 Milliarden Mal google angeklickt. Google ist absoluter Branchenprimus unter den Suchmaschinen und hat einen Börsenwert von 116 Milliarden US-Dollar obwohl die Benutzung der Suchmaschine kostenlos ist! In Kritik geraten ist das amerikanische Unternehmen vor allem mit der 18-monatigen Speicherung von IP-Adresse, Datum, Uhrzeit und aller Suchstichwörter.

Alternativen?

»Natürlich lassen sich über diese Speicherung Interessens- und Persönlichkeitsprofile zusammenstellen, die wiederum für individualisierte Werbung eingesetzt und zu Marktforschungszwecken weitergegeben werden können damit lässt sich viel Geld verdienen«, weiß Edgar Wagner und ergänzt: »In den USA gelten andere Datenschutzregeln, es ist sehr schwierig, dort Auskunftsansprüche durchzusetzen.« Deutsche Unternehmen MÜSSEN dagegen Auskünfte geben und es gibt sogar Suchmaschinen, die von hiesigen Datenschützern positiv beurteilt werden, zum Beispiel Ixquick.com.

Cookies: Aufgepasst!

Wie finanziert google seine für die Nutzer kostenlose Dienstleistung? Über Werbung, das ist offensichtlich; weniger transparent sind die cookies, mit denen, ohne dass die Nutzer es merken, Daten wie IP-Adressen und Suchbegriffe an andere weitergegeben werden können. Wer das verhindern will, kann die cookies über die Sicherheitseinstellungen deaktivieren oder nach Ende der Recherche komplett löschen; noch sicherer sind Anonymisierungsprogramme, die dem Besuch auf Internetseiten vorangestellt werden damit dauert die Internetsitzung insgesamt länger, aber »dieser Aufwand muss uns der Schutz unserer Daten wert sein« plädiert Wagner für den Selbstschutz gegen Datenmissbrauch, denn: »Wir müssen begreifen, dass unsere Daten ein Wirtschaftsgut sind und dass ein Missbrauchsrisiko durch private Datensammler nicht ausgeschlossen werden kann weshalb jeder mit der Weitergabe seiner Daten sehr zurückhaltend sein sollte.«


SoS


Infos und Kontakt:
www.datenschutz.rlp.de


... Fortsetzung folgt