Heft 218 November 2008
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Büchermesse

Mainz pflegt seine literarischen Traditionen:

Neues, bewährtes & überraschendes

Büchermesse in Mainz

Mainz hat als Gutenbergstadt ein ganz eigenes Verhältnis zu Büchern was sowohl im Institut für Buchwissenschaft an der Uni gepflegt wird als auch in einer Vielzahl von Verlagen. Darunter sind viele bekannte, wie der Philipp von Zabern Verlag, Schott Music und der Verlag Hermann Schmidt, aber auch viele kleine, in ihrem verlegerischen Angebot auf eine ganz bestimmte Adressatengruppe ausgerichtete Verlage machen von sich Reden. Alle Jahre wieder im November stellt die Arbeitsgemeinschaft Mainzer Verlage im Rathaus die Mainzer Büchermesse auf die Beine, Verlegerin Donata Kinzelbach berichtet dem MAINZER, wie das funktioniert.

Mainzer Verlage

26 Mitglieder zählt die »Arbeitsgemeinschaft Mainzer Verlage«, wobei der Zusammenschluss nicht auf Mainz beschränkt ist: der Ingelheimer Leinpfad-Verlag und der Bertuga Verlag aus Weiler bei Bingen sind ebenfalls dabei. Außerdem sind neben Verlagen viele Institutionen, Vereine und Initiativen in dieser AG vertreten: die Mainzer Bibliotheken, die Gutenberggesellschaft, Druckladen und Gutenberg-Shop, das Antiquariat am Ballplatz, das Institut für geschichtliche Landeskunde an der Universität summa sumarum, alle (oder fast alle), die irgendwie etwas mit Lesen und Büchern zu tun haben, natürlich auch die Stiftung Lesung und das Medienunternehmen Verlagsgruppe Rhein-Main.

Bücher verkaufen
Donata Kinzelbach
Donata Kinzelbach

»Kleine Verlage haben Probleme mit ihren Büchern in die Buchhandlungen zu kommen, also müssen wir den direkten Kontakt zu den Lesenden suchen«, begründet Donata Kinzelbach den jährlichen Einsatz für die Mainzer Büchermesse. Die Verlegerin gehört von Anfang an zum harten Kern des Organisationsteams und teilt sich die Arbeit mit Harald Niese vom Fraund-Verlag und der Verlegerin Sigrid Fechner-Sabo. Am 22. und 23. November stellen die Verlegerinnen ein umfangreiches Rahmenprogramm auf die Beine, in diesem Jahr unter dem Motto »literarisches Mainz«. Unter anderem steht der amtierende Stadtschreiber Michael Kleeberg auf der Vorleseliste, das Kinderprogramm wird in bewährter Zusammenarbeit mit der Stiftung Lesen gestaltet. Das alles kostet Geld: alle Teilnehmer zahlen Standgebühren in einen gemeinsamen Topf, in den fließen auch die 500 Euro von der Stadt, die außerdem das Rathaus kostenfrei zur Verfügung stellt. Dank engagiert-idealistischem Einsatz funktioniert es immer.

Alles in einer Hand

Ein Blick auf die Mainzer (Klein-) Verlags-Szene zeigt, hier sind viele Spezialisten am Werk, die nicht alle in der AG Mainzer Verlage mitarbeiten. Das jeweilige Verlagsspektrum ist konzentriert auf wenige Autoren oder ganz bestimmte Themen (Ventil Verlag, Verlag André Thiele, um nur zwei Beispiele zu nennen). »Ich glaube nicht, dass das ein typisches Kennzeichen für die Verlagslandschaft in Mainz ist«, meint Donata Kinzelbach (Foto), »ein striktes Profil ist für das Überleben eines kleinen Verlags, egal wo in Deutschland, besser, es bringt im Endeffekt mehr, sich auf wenig zu reduzieren.« Kinzelbach hat ihr Angebot seit 20 Jahren erfolgreich auf den Maghreb »reduziert«, sie ist, teils mit den Autoren aus Marokko, Algerien und Tunesien auf Lesungen in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz unterwegs und packt zu Hause die Buchbestellungen höchstpersönlich, legt Hand an die Buchhaltung und so weiter. »Natürlich darf ich gar nicht nachrechnen, wie viel Arbeit und Geld ich in jedes einzelne Buch stecke aber mir liegt so viel an meiner Arbeit und ich sehe es auch als Privileg, denn ich gebe diesen Autoren eine Stimme und die Arbeit ist nie langweilig.« Kinzelbach verlegt nur, von dessen Werk sie überzeugt ist (siehe das Verlagsprogramm unter www.kinzelbach-verlag.de) das setzt fundierte Kenntnisse der literarischen Entwicklungen im Maghreb voraus und die Bereitschaft, Autorinnen und Autoren ein gutes Stück ihres literarischen Weges intensiv zu begleiten. Wer seine verlegerischen Ansprüche durchsetzen möchte, muss hart kämpfen auch, um sein Angebot in hiesigen Buchhandlungen platzieren zu können. »Obwohl sich meine Bücher im gesamten deutschsprachigen Raum gut verkaufen, besteht seitens der Mainzer Buchhändler kein Interesse, sie in ihrem Sortiment zu platzieren«, fasst Kinzelbach ihre Bemühungen zusammen und freut sich auf den direkten Kontakt mit den Leseratten auf der Mainzer Büchermesse.

Mainzer Bücher-Messe 2008 »Literarisches Mainz«, 22./23. November, Mainzer Rathaus Öffnungszeiten: Samstag 14 - 19 Uhr, Sonntag 10 - 18 Uhr.


SOS
Ambigua FANTASY AUßERGEWÖHNLICH!

Angeregt von den Werken Dunsanys, Lovecrafts und Tolien dachte sich Jens Schumacher in jungen Jahren mit kindlicher Begeisterung seine eigene Fantasy-Welt aus, um unfassbare, nie gesehene Abenteuer dort anzusiedeln. Es dauerte 20 Jahre bis der Autor zahlreicher Bücher und »Erfinder« des beliebten Ermittlerduos Passfeller/ Grosch (mit Jens Losseau zusammen in »Der Schädeltypograph« und »Rebenwolf«) sich dem Fantasy-Genre auch als Autor zuwandte: »Ambigua Der Sternstein von Mogonthur« ist der erste Band einer »All-Age-Fantasy-Trilogie«, leicht lesbar, kommt ohne Schachtelsätze aus und fesselt auch Erwachsene. Ungewöhnliche »Fabelwesen«, bevölkern Ambigua, »die Welt hinter den Pforten« und begleiten den dreizehnjährigen Fabian durch das größte Abenteuer seines Lebens. »Zum Teil lag es daran, dass ich der üblichen, mit heroischen Schwertkämpfern, schönen Prinzessinnen und gefräßigen Drachen angefüllten 08/15-Fantasy, wie sie den Buchmarkt seit den achtziger Jahren überschwemmt, nicht viel hatte abgewinnen können«, erklärt Schumacher, warum er sich dem Fantasy-Roman erst jetzt zuwendet. Reizvoll habe er dagegen immer die Vorstellung einer Welt gefunden, in der im wahrsten, absurdesten Sinne des Wortes ALLES möglich sei: Mädchen mit elefantösem Rüssel im Gesicht, mannshohe Schleimhaufen, die Vorlesungen an Universitäten halten, äonenalte Gottheiten mit emanzipierten Doppelnamen so entstand Ambigua!

Jens Schumacher: Ambigua, Bd.1: Der Sternstein von Mogonthur.
SchneiderBuch 2008, ISBN: 978-3-505-12475-4,
413 S. , 14,95 Euro, ab 11 Jahren.