Heft 217 Oktober 2008
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Strasse

Seit 66 Jahren ohne Bauhof

Bauhostraße

Ansicht der Bauhofstraße

Die Bauhofstraße zieren von der Kaiserstraße bis zur Großen Bleiche große, eindrucksvolle Gebäude. Linker Hand reihen sich Wirtschafts-, Finanz- und Umweltministerium aneinander, dazwischen steht das Abgeordnetenhaus des rheinland-pfälzischen Landtags. Auf der anderen Seite Ministerium für Arbeit, Eltzer Hof und Landesmuseum. Nur ein »Bauhof« fehlt. Ihren Namensgeber hat die Bauhofstraße vor 66 Jahren verloren: den Mainzer Artillerie-Bauhof und späteren Festungsbauhof auf der Höhe der Mittleren Bleiche. Es handelte sich dabei um eine Art Werkstatt und Lagerstätte, die vom Fußartillerie Regiment genutzt wurde. Erbaut wurde der Bauhof im 18. Jahrhundert. Damals hieß die Bauhofstraße noch schlicht Neugasse. Schon in frühen Dokumenten von 1734 heißt es aber, dass etwas »am bau Hof« oder »gegen dem bauhoff iber« liegt. Seit 1800 wurde die Straße offiziell in Bauhofstraße umbenannt. Der Artillerie- Bauhof war eines von zahlreichen militärischen Bauwerken in der Domstadt. Schließlich war Mainz von 1620 bis 1918 Festungsstadt. Innerhalb dieser 300 Jahre wurde die Stadt sozusagen immer mehr in Festungsanlagen eingezwängt. Das Militär prägte nicht nur Jahrhunderte lang das Leben der Mainzer Bevölkerung, sondern auch das Stadtbild. Noch heute zeugen davon etliche bauliche ›Überbleibsel‹ wie das Proviantamt an der Schillerstraße oder die verschiedenen Forts - wie die Zitadelle. Im Gegensatz zu ihr überlebte der Bauhof den Zweiten Weltkrieg nicht. Er wurde im August 1942 bei einem Großangriff britischer Bomber auf die Mainzer Alt- und Neustadt zerstört. Danach wurde er nicht wieder aufgebaut und so ist von diesem historischen Bauwerk nichts geblieben als der Name.