Heft 217 Oktober 2008
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Freiwillig

Zeit sinnvoll nutzen und dabei viel lernen:

Die freiwilligen Jahre

Mädchen im freiwilligen ökologischen Jahr

Schulabschluss geschafft, aber keine Ahnung wie es weitergehen soll? Oder soll die Wartezeit bis zur Ausbildung oder zum Studium sinnvoll genutzt werden? Es gibt viele Möglichkeiten, diese Zeit zu nutzen. Eine davon ist das Freiwillige Jahr. Die Betätigungsfelder sind vielseitig: Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ), Freiwilliges Soziales Jahr im Sport oder in der Kultur und das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ).

GRUNDSÄTZLICH

Wer darf: Jeder, der seinen Schulabschluss geschafft hat und nicht älter als 26 bei Beginn des Jahres ist. Auch anerkannte Kriegsdienstverweigerer als Zivildienstersatz. Für die Ableistung eines Freiwilligen Jahres gibt es eine Bestätigung, darüber hinaus ist auch ein Arbeitzeugnis von der Einsatzstelle möglich.

FREIWILLIGES SOZIALES JAHR (FSJ)

Wer sollte: Jeder, dessen Interessen im sozialen Bereich liegen, der etwas aktiv bewirken und seinen Horizont erweitern möchte.
Dauer: In der Regel zwölf Monate. Die Mindestdauer beträgt sechs Monate.
Rechtlicher Status: Wie Auszubildende. Komplett sozial versichert.
Entlohnung: Taschengeld plus Zuschüsse zu Unterkunft und Verpflegung (insgesamt circa 200 bis 400€).
Einsatzstellen: Krankenhäuser, Altenheime, Kindertagesstätten etc. Wie bewerben: Direkt bei dem Träger. Infos: www.pro-fsj.de;

FSJ IN DER KULTUR

Wer sollte: Jeder, dessen Interessen im kulturellen Bereich liegen, der etwas aktiv bewirken und kreativ sein möchte.
Dauer: In der Regel zwölf Monate. Die Mindestdauer beträgt sechs Monate.
Rechtlicher Status: Wie Auszubildende. Komplett sozial versichert.
Entlohnung: Taschengeld plus Zuschüsse zu Unterkunft und Verpflegung (insgesamt circa 200 bis 400€).
Einsatzstellen: Museen, Theater, Musik- und Kunsthochschulen etc.
Wie bewerben: Direkt bei dem Träger. Infos: www.fsjkultur.de

FSJ IM SPORT

Wer sollte: Jeder, dessen Interessen im sportlichen Bereich liegen, der gerne mit Kinder und Jugendlichen arbeitet.
Dauer: In der Regel zwölf Monate. Die Mindestdauer beträgt sechs Monate.
Rechtlicher Status: Wie Auszubildende. Komplett sozial versichert.
Entlohnung: Taschengeld plus Zuschüsse zu Unterkunft und Verpflegung (insgesamt circa 200 bis 400€).
Einsatzstellen: Sportvereine, Sportschulen oder Jugendferiendörfer etc.
Wie bewerben: Direkt bei dem Träger. Infos: www.dsj.de

DAS FREIWILLIGE ÖKOLOGISCHE JAHR

Wer sollte: Jeder, dessen Interessen im ökologischen Bereich liegen, der gerne körperlich oder pädagogisch arbeitet oder den Büroalltag kennenlernen will.
Dauer: In der Regel zwölf Monate. Mindestdauer beträgt sechs Monate.
Rechtlicher Status: Wie Auszubildende. Komplett sozial versichert.
Entlohnung: Taschengeld plus Zuschüsse zu Unterkunft und Verpflegung (insgesamt circa 200 bis 400€).
Einsatzstellen: Naturschutzvereine, Umweltbehörden oder landwirtschaftliche Betriebe (Imker, Winzer, Bauernhöfe), Umweltpädagogische Einrichtungen etc.
Wie bewerben: Direkt bei dem Träger. Infos: www.foej.de, www.foej-rlp.de

ERFAHRUNGSBERICHT: KLEINE DINGE SIND WICHTIG

Ich habe mein FÖJ in der Landesgeschäftsstelle des Naturschutzbundes (NABU) Rheinland-Pfalz gemacht. Meine Aufgaben waren Verwaltungsarbeit und alles, was akut anfiel. Darunter fiel bspw. auch der Standdienst auf der Rheinland- Pfalz-Ausstellung. Ich habe mich für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr beworben, weil Umweltschutz eines der prägenden Themen der Zukunft sein wird. Ich sah darin, eine Möglichkeit meinen Horizont zu erweitern und mir außerdem klarer über meinen Berufswunsch zu werden. Wie so viele Abiturienten, wusste ich auch nach einigen Praktika immer noch nicht so recht, wohin mein Weg führen sollte. Meine Zeit beim NABU war abwechslungsreich und lehrreich, weil ich erleben konnte, wie der Arbeitsalltag in einem Büro ist. Das hat mir geholfen, mich sicherer bei meiner Berufswahl zu fühlen. Natürlich war es nicht immer einfach, aber das FÖJ ist als Bildungsjahr gedacht. Ich konnte so meine Stärken und Schwächen besser kennenlernen. Besonders gut haben mir die Seminare gefallen, weil wir sehr viele und direkte Infos bekommen haben. Wir haben z.B. bei einem Segelseminar im Ijsselmeer in den Niederlanden Themen wie die »Bedrohung der Wattenmeere« hautnah erlebt oder beim Holzhacken im Pfälzer Wald einen guten Einblick in das Ökosystem Wald bekommen. Mein Fazit: Das FÖJ hat sich in jeder Hinsicht gelohnt und meinen Blick auf die Welt verändert: Ich kaufe bewusster ein, greife auch mal zu Bio-Produkten und weiß, wie wichtig »kleine Dinge« wie Stromsparen oder Mülltrennung sind.


Vanessa Bast