Heft 217 Oktober 2008
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Datenstriptease

»Glücklich ist, wer vergisst...«

aber das Netz vergisst nichts!

Eine Hand bietet eine CD-Rom an

Der rheinland-pfälzische Datenschutzbeauftragte Edgar Wagner warnt immer wieder davor, freiwillig persönliche Daten preiszugeben ohne zu wissen, wo sie wie lange von wem verwendet und weitergegeben werden. Anhand von konkreten Beispielen wird Edgar Wagner in den nächsten MAINZER-Ausgaben erläutern, wo Gefahren für den unbeabsichtigten »Datenstriptease « lauern und wie Sie sich gegen FKK im Internet wehren können.

ELEKTRONISCHES POSTGEHEIMNIS?

Laut Schätzungen werden pro Werktag weltweit 35 Milliarden Email verschickt, über 1 Milliarde Menschen nutzen Emails, 82 Prozent aller Deutschen versenden Emails, jeder vernetzte Arbeitsplatz erhält pro Tag etwa 120 Emails, davon sind 95 Prozent Spams, angesichts solcher Dimensionen drängen sich Fragen nach der »Sicherheit « im elektronischen Postverkehr geradezu auf. Im Grunde, stellt Edgar Wagner fest, ist die Email nichts anderes als eine Postkarte die auch von Fremden gelesen werden kann. Zur Aufklärung von Straftaten haben Polizei und Strafverfolgungsbehörden Zugriffsrechte; wann die Provider und die Email-Anbieter auf den Inhalt zugreifen dürfen, regelt das Fernmelde- und Telekommunikationsgesetz ob diese Regeln eingehalten werden, ist kaum zu kontrollieren. »Es besteht immer eine Missbrauchsgefahr «, warnt der Datenschützer vor allzu großer Offenherzigkeit und weist auf Verschlüsselungsprogramme hin, die insbesondere bei vertraulicher e-Post unbedingt eingesetzt werden sollten.

NUR MIT EINVERSTÄNDNIS

Wenn private Anbieter ein öffentlich zugängliches Email- Adresbuch erstellen, brauchen sie für die Verbreitung einer Email- Adresse ein klar formuliertes Einverständnis ähnlich wie die Telefonnummer nicht gegen den Willen des Kunden im Telefonbuch erscheinen darf. Wer ohne sein Einverständnis in einem solchen e- Adressbuch erscheint, sollte dem unbedingt nachgehen: Es besteht ein klarer Auskunftsanspruch (in diesem Fall gegenüber dem Adressbuch-Herausgeber), wenn persönliche Daten (weiter-)verbreitet werden. Erfolgt auf die schriftlich oder telefonisch geforderte Auskunft keine Reaktion, kann der Datenschutzbeauftragte eingeschaltet werden (poststelle@datenschutz. rlp.de). »Grundsätzlich empfiehlt sich im Sinne des Datenselbstschutzes Zurückhaltung bei der Weitergabe der Email-Adresse, dazu gehört auch, bei der Weiterleitung von Nachrichten anderer Absender die Email-Adressen im »Brief«-Kopf zu löschen«, weist Wagner auf die Möglichkeit hin, die ungewollte Verbreitung einzudämmen.

FAUSTREGELN .

. für sichere Passwörter im Email-Verkehr sind: Leicht zu merken, schwer zu erraten und keine Worte bilden. Unter www.datenschutz. rlp.de gibt es klare Empfehlungen für die Passwort-Gestaltung (unter »Finden A-Z«); dass jeder Zugriff auf das eigene Postfach über »Logout« beendet wird, versteht sich (fast) von selbst. Um sich der Spam-Flut zu erwehren, sind entsprechende Filterprogramme sinnvoll wobei auch hier gilt: Die Email-Adresse, so wie alle anderen persönlichen Daten, nur dort weitergeben, wo es unbedingt erforderlich ist! Gute Tipps zur Spam- Abwehr unter www.verbraucher-gegen-spam.de


SoS