Heft 216 September 2008
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Spannung

Mittendrin statt nur dabei

Krimis in Aktion

Andreas Wagners Krimi: Abgefüllt

Der Mainzer Herbst wird kriminell zumindest im kulturellen Bereich. Freunde der Hochspannung und des kriminalistischen Scharfsinns können sich auf einen spannenden September freuen, der alles bietet, was das detektivische Herz begehrt. Um in die Rolle eines Sherlock Holmes zu schlüpfen oder ein Kapitalverbrechen ganz nach Hercule Poirot Manier zu lösen, muss man keineswegs in Diensten der Polizei stehen. Interaktion heißt das Zauberwort und eine der Veranstaltungen, bei denen dies par excellence betrieben wird, ist ein sogenannter Dinnerkrimi (www.dinnerkrimi. de). Am 17. September um 19.30 Uhr in heißt es in der Alten Patrone: »Mord an Bord, Mylord«. Die Krimikömodie wird mit einem Viergangmenü verwoben, das Publikum wird Teil des Theaterstücks und wer möchte kann sogar eine kleine Rolle übernehmen. Aber keine Angst: Um während der gesamten Veranstaltung keinen Stress aufkommen zu lassen, werden die Theaterpassagen in den Essenspausen dargeboten; kriminalistische Befragungen während des Essens finden also nicht statt. Dennoch ist miträtseln erlaubt und am Ende des Dinners steht hoffentlich nicht bloß das Dessert auf dem Tisch, sondern auch der Mörder fest.

Improvisation ist alles

Mitraten ist auch bei einem anderen Krimispektakel angesagt, allerdings geht es hier nicht nur um Interaktion sondern auch um Improvisation: »Zum 1. Zum 2. Zum Mord!« heißt das Improvisationstheater, das am 12. September um 19 Uhr in der Alten Portland über die Bühne geht (www.krimispektakel. de). Bei dieser außergewöhnlichen Form des Theaters weiß man nie so genau was einen erwartet, das Schöne daran: es geht Schauspielern wie Publikum ähnlich. Fest steht bei diesem Stück, dass es einen Mord gegeben hat, und zwar in einem Auktionshaus. Doch bei der Suche nach dem Mörder ist auch das Publikum gefragt: Indizien auswerten, Befragungen durchführen und am Ende alles kombinieren. Das Faszinierende an dieser Form von Theater: Krimifans können interaktiv mitwirken und ihre gesamte detektivische Finesse auf die Probe stellen.

Krimis: Real und Fiktiv

Wer es ein bisschen ruhiger mag und Krimis lieber aus sicherer Entfernung genießt, ist im Weingut Wagner in Essenheim bestens aufgehoben. Im Innenhof des Weinguts liest am 4. September um 19 Uhr Andreas Wagner aus seinem neuen Krimi: »Abgefüllt « (www.wagner- wein.de). Untermalt wird das Ganze von entspannender Jazzmusik. Der promovierte Historiker, Winzer und Vater von drei Kindern hat ein knappes Jahr nach Erscheinen seines Erstlings »Herbstblut« bereits den zweiten »Wein-Krimi« geschrieben. Ein durchaus heißes Pflaster für Krimi-Fans gibt es auch rund um den Mainzer Dom. Erzbischof Arnulf von Seelenhofen ließ 1162 in eben jenem Dom sein Leben erst wurde er die Treppe des Turms hinunter gestoßen und schließlich erschlagen. Mit solch gruseligen Informationen beginnt die Führung des Vereins »Geographie für alle«, die unter dem Motto »Mainz als Tatort« am 26. September um 18.30 Uhr am Marktplatz vor dem Domportal beginnt (www.geographie- fuer-alle.de). Schwerpunkt sind nicht die typischen Sehenswürdigkeiten sondern spannenden Tatorte legendärer und realer Mainzer Kapitalverbrechen. Zwei Stunden sind für diese Führung der anderen Art anberaumt; an mörderischen Ereignissen scheint es in Mainz nicht zu mangeln, ebenso wenig an prominenten Opfern unter denen sich kein geringerer als Kaiser Maximus befindet. Dass es sich hierbei um ein legendäres Verbrechen handelt, das sich im Nachhinein als Ente herausgestellt hat, sieht man bei der spannenden Geschichte aus dem zweiten Jahrhundert dann sicherlich gerne nach.


Katrin Henrich