Heft 216 September 2008
Werbung




Energie sparen

Umbau zum Öko-Haus

Gesundes Wohngefühl - der Umwelt zuliebe


Öko haus

Über Klimaschutz wird oft laut geredet, geht es ums Geld ausgeben für Klimaschutz werden die Töne oft ganz leise. »Das können wir uns nicht auch noch leisten« ist ein beliebtes Argument, um beim Bauen und Sanieren nicht mehr als unbedingt in dämmende und Energiesparende- oder gar Energieerzeugende Maßnahmen zu investieren. Warum und wie, mit welchen Fördergeldern und mit welchen Hindernissen der »umweltgerechte« Umbau eines privaten Wohnhauses in einem Mainzer Stadtteil von statten geht, stellt DER MAINZER in einer Serie dar.

Für Birgit Schößwender und Christoph Albuschkat stand schon früh fest, dass sie einmal in ihrem eigenen Haus wohnen möchten allerdings soll es ein umweltgerechtes sein. Eines, das mit natürlichen Materialien gedämmt und ohne fossile Energieressourcen beheizt wird. Nach dem zweiten Kind hatte sich das Paar zunächst überlegt, ein Wunschhaus zu bauen den Gedanken aufgrund der Kosten und mangels geeigneter Grundstücke wieder verworfen. Dann fanden sie im Frühjahr dieses Jahres das 1953 erbaute Holzfertighaus mit Garten in einem Mainzer Stadtteil. Mit einer Grundstücksfläche von 500 Quadratmetern und einer Wohnfläche von 145 Quadratmetern lag der Kaufpreis von 235.000 € noch im finanziellen Rahmen des Paares, das weitere 150.000 € in die Sanierung stecken möchte. »Angesichts der steigenden Energiepreise müssen und wollen wir das Haus nach ökologischen Aspekten umbauen«, erzählt der 39-jährige Bildungsreferent beim Weltladen-Dachverband, der zurzeit während der einjährigen Elternzeit die beiden Kinder betreut.

Glück gehabt!


50er Küche Seit Anfang Juli renovieren er und seine Frau in dem Haus teilweise selbst. Doch sobald es entkernt ist, kommen Fachfirmen zum Zuge, da die sechs Zimmer sowie die beiden Bäder teilweise umgestaltet, neue Fenster eingebaut und ein neues Heizungssystem installiert werden. Alle Umbaumaßnahmen zu diesem Öko-Haus sind vorab von einem Architekten geplant worden und Albuschkat beschreibt den Zustand des Hauses als vorteilhaft für ihr Projekt: »Wir haben Glück gehabt. Aufgrund der Tatsache, dass in dem Haus bisher nur wenig renoviert worden ist, sind kaum Schadstoffe vorhanden. Lediglich die Mineralwolle müssen wir aus dem Dach entfernen.« An deren Stelle kommen Holzfaser-Dämmplatten, die an die Außenwände montiert werden. Um den Heizbedarf so gering wie möglich zu halten, werden zusätzlich die Hohlräume der Außenwände mit Dämmflocken aus Altpapier aufgefüllt und Holzfenster mit Dreifachverglasung eingesetzt. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sorgt dafür, dass die angesaugte Frischluft von außen mit der Wärme der abgeführten Luft vorgewärmt wird. Ergänzend wird auf dem Dach eine Solaranlage installiert, die warmes Wasser für Wasch- und Spülmaschine sowie zum Duschen liefert und das Heizen unterstützen soll.

Günstige Kredite


50er Bad Geplant war außerdem, den restlichen Heizbedarf über einen Pelletofen, der mit Hobelspänen und Sägemehl befeuert wird, zu decken. Doch angesichts der guten Dämmstoffe und der Solaranlage geht das Paar von einem geringen Heizbedarf aus und verzichtet vorerst auf die Ofenanlage. Falls erforderlich übernimmt stattdessen eine kleine Gastherme die Aufgabe des zusätzlichen Heizens. Die Finanzierung des Umbaus wird unter anderem über das CO2 Gebäudesanierungsprogramm der KfW-Bankengruppe gestemmt, die einen Kredit bis maximal 50.000 Euro zu derzeit knapp 3,4 Prozent Zinsen anbietet. Außerdem hat sich das Paar beim Modellvorhaben »Niedrigenergiehaus im Bestand« der Deutschen Energie-Agentur beworben. Erreichen sie mit ihrem Haus einen Energiebedarf von maximal 50 Prozent der aktuellen Energieeinsparverordnung, winkt ein Zuschuss in Höhe von 10.000 Euro.

Christoph Albuschkat und seine Frau freuen sich auf ihr neues, umweltgerechtes Haus, zu dem ein gesundes Wohnklima gehört und mit dem langfristig auch Energiekosten eingespart werden. »Unser Haus soll atmen und dies kann es nur, wenn es aus baubiologischen Elementen besteht.« In einem halben Jahr sollen die Sanierungsarbeiten abgeschlossen und das Haus bezugsfertig sein. Bis dahin gibt es noch viel zu tun.

HINWEIS! In der nächsten Folge geht es vor allem um die Energiekosten, die durch die Sanierung des Hauses eingespart werden.

Informationen zum umweltbewussten Ausbau, Materialien und Finanzierungsmodellen:
Holzdämmfaser: www.homatherm.de
Zelluloseflocken: www.oekologisch-bauen.info
Deutsche Energie-Agentur: www.dena.de
CO2-Gebäude-Sanierungsprogramm bei der KfW-Bankengruppe: www.kfw.de
Energiesparkampagne des Landes Rheinland-Pfalz: www.unserener.de
Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz: www.energieberatung-rlp.de


NH