Heft 216 September 2008
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Abgeltungsteuer

Wer jetzt noch schnell reagiert kann viel Geld sparen

Abgeltungsteuer Fluch oder Segen?


Obwohl das Thema »Abgeltungsteuer« in den letzten Monaten immer wieder in den Medien aufgegriffen und auf vermeintliche und wirkliche Probleme aufmerksam gemacht wurde, haben erst so die übereinstimmende Einschätzung aller Kreditinstitute überraschend wenig Anleger reagiert. Und das obwohl der Tenor der Berichterstattung zumindest in diesem einen Punkt eindeutig ist: Wer noch in diesem Jahr reagiert kann viel Geld sparen und umgekehrt wird sich so mancher zögerliche Anleger im nächsten Jahr verdutzt die Augen reiben und ein »Ja wenn ich das gewusst hätte!« von sich hören lassen.

Aber wen betrifft nun eigentlich diese Abgeltungsteuer und was ist sie überhaupt genau?

Der MAINZER fasst in diesem Special die wichtigsten Fakten zusammen, ergänzt durch einige Kommentare von Spezialisten. Vorab sei aber gesagt: Ein Besuch beim Kundenberater Ihrer Bank, bzw. einem Steuer- oder Finanzberater ist für jeden Anleger unabdingbar. Nur er kennt Ihr persönliches Portfolio und kann Sie optimal und individuell beraten. Aber: Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich überdurchschnittlich viele Anleger erst kurzfristig zu diesem Schritt entscheiden. Es ist daher schon jetzt »höchste Eisenbahn«: warten Sie bitte nicht bis zum letzten Augenblick!

Die Abgeltungsteuer wird als Teil der Unternehmenssteuerreform am 1. Januar 2009 in Kraft treten. Sie betrifft grundsätzlich alle Kapitalanlagen. Das bedeutet, dass bei einer Neuanlage von Geldern ab 2009 für jegliche Form des Anlageerfolges eine Steuer anfällt und für alle Anlagen (Ausnahmen bilden u.a. Immobilien und Lebensversicherungen) der gleiche Steuersatz sowie grundsätzlich gleiche bzw. ähnliche Besteuerungsregeln gelten.

Anlagen vor dem 1. Januar 2009 fallen dagegen nach derzeitiger Gesetzeslage unter einen weit reichenden Bestandsschutz hinsichtlich der Steuerfreiheit von Veräußerungsgewinnen (Ausnahme: Sonderregeln bei Zertifikaten).

Was bedeutet das konkret?

Mit Einführung der Abgeltungsteuer gilt für alle Einkünfte aus Kapitalvermögen und Kursgewinne ein einheitlicher Steuersatz von 25 Prozent. Mit ihrem Abzug hat der Anleger seine aus der Kapitalanlage resultierende Steuerpflicht pauschal abgegolten.

Als Gewinn steuerpflichtig ist ab 2009 der Unterschiedsbetrag zwischen den Einnahmen aus der Veräußerung oder Rückzahlung und den Anschaffungs-(neben)kosten des Wertpapiers. Von diesem steuerpflichtigen Ertrag kann der Anleger alle Transaktionskosten, die beim Kauf und Verkauf angefallen sind, abziehen. Der Solidaritätszuschlag wird weiterhin berechnet. Dies erhöht die tatsächliche Steuerbelastung auf 26,375 Prozent. Zusätzlich muss jeder kirchensteuerpflichtige Anleger weiterhin mit acht oder neun Prozent zusätzlicher Belastung auf die Abgeltungsteuer rechnen. Ein Anleger dessen persönlicher Steuersatz unter dem Satz der Abgeltungsteuer liegt, kann die zu viel gezahlten Steuern im Rahmen einer Einkommensteuererklärung im Folgejahr vom Finanzamt zurückfordern. Die Abgeltungsteuer wird direkt von der Depotbank einbehalten und anonym an das Finanzamt überwiesen.

Abschaffung der Spekulationsfrist

Bislang blieben die Kursgewinne der meisten Wertpapiere für den Anleger steuerfrei, wenn die entsprechenden Papiere mindestens ein Jahr in seinem Besitz waren. Für Kursgewinne, die aus kurzfristigeren Anlagen resultierten, gab es außerdem eine Freigrenze in Höhe von 512 Euro, bis zu der Kursgewinne steuerfrei blieben. Mit Einführung der Abgeltungsteuer entfällt diese zwölfmonatige Veräußerungsfrist und dem Anleger werden bei Veräußerung von Wertpapieren automatisch 25 Prozent des erzielten Kursgewinns (plus Solidaritätszuschlag und eventueller Kirchensteuer) als Abgeltungsteuer abgezogen oder der Freistellungsauftrag wird um die entsprechende Summe reduziert. Die bisher gültige Freigrenze für die Veräußerung von Wertpapieren wird abgeschafft.

Erst überlegen dann handeln

Die Spezialisten der VR-Bank Mainz raten: »Wer seine Geldanlagen optimieren will, darf die neue Abgeltungsteuer nicht links liegen lassen. Jetzt allerdings schnell und vielleicht unüberlegt zu handeln und unprofitable Anlagen zu zeichnen, ist jedoch keine Alternative. Mit ein wenig Zeit kann jeder seine Finanzen so ordnen, dass die Abgeltungsteuer keine unnötigen Belastungen verursacht. Grundsätzlich gilt: Die Wahl der Geldanlage sollte sich nicht primär von steuerlichen Überlegungen leiten lassen, sondern von der Rendite. Eine steuerlich besser gestellte Anlage nutzt wenig, wenn die Verzinsung der Anlagesumme niedrig ist. Wer danach handelt, kann mit gutem Gefühl den Jahreswechsel willkommen heißen. Über die Auswirkungen der neuen Steuer auf die verschiedenen Formen der Kapitalanlage und über die zahlreichen Übergangsvorschriften, die eine steueroptimierte Anpassung der Kapitalanlagen ermöglichen, informieren Sie die Wertpapierspezialisten der VR-Bank Mainz gern. Rufen Sie an unter 06131-4651313 oder schreiben Sie eine E-Mail: Mail@VR-Bank-Mainz.de.«

Bestandsschutz für Altanlagen nutzen

Die Sparkasse Mainz macht sich Sorgen darüber, dass nach ihren Recherchen noch ein Drittel der Rheinland-Pfälzer nichts über die Abgeltungsteuer gehört hat. Hier verweist man nochmals auf die Tatsache, dass die Kursgewinne der meisten Wertpapiere, die vor der Einführung der Abgeltungsteuer erworben und über ein Jahr gehalten werden, von der neuen Steuer verschont bleiben. »Gerade langfristig kann es sich lohnen, den Bestandsschutz für Altanlagen zu nutzen«, stellt Ingrid Kölzer-Spitzkopf von der Sparkasse Mainz fest, »das zeigen Beispielrechnungen«. »Das Auf und Ab der Kurse lässt zur Zeit zwar noch einige Anleger zögern«, kommentiert die Finanzexpertin weiter. »Die Gespräche mit Kunden zeigen aber immer wieder, wie wichtig eine frühzeitige Beschäftigung mit dem Thema Abgeltungsteuer ist. Wer umsichtig ist und vorausschauend handelt, nutzt die aktuelle Marktsituation. Denn schließlich geht es weniger um kurzfristige Vorteile als vielmehr um eine langfristig optimale Vermögensstruktur.« Ob Anlagehorizont oder die Einschätzung des Chance-/Risiko-Profils abseits der Steuer sind jede Menge Details zu bedenken, wenn es um die richtige Geldanlage geht. Vielen Anlegern fällt es deshalb nicht leicht, auf eigene Faust zu handeln. »Das müssen sie auch nicht«, beruhigt Frau Kölzer-Spitzkopf. »Die Beraterinnen und Berater der Sparkasse Mainz unterstützen gerne bei der langfristigen Strukturierung der Vermögensanlage.«

Zukünftig nur noch Sparer-Pauschbetrag

Auch für die Sparer bringt die neue Regelung einige Änderungen mit sich. Dazu Marcus Schumann, Steuerberater in der Mainzer Kanzlei Görges, Schumann, Dr. Höflich: »Mit Einführung der Abgeltungsteuer auf private Kapitalerträge tritt an die Stelle des bisherigen Sparer-Freibetrags von € 750 (bzw. € 1.500 bei zusammen veranlagten Ehegatten) und des bisherigen Werbungskosten-Pauschbetrags von € 51 (bzw. € 102 bei zusammen veranlagten Ehegatten) der diese beiden Beträge zusammenfassende neue Sparer-Pauschbetrag i. H. von € 801 bzw. € 1.602 bei zusammen veranlagten Ehegatten. Der Sparer-Pauschbetrag ist zukünftig von den Einnahmen (z.B. Zinsen, Dividenden und aufgrund der Neuregelung auch Gewinne aus »Den Staatssäckel füllen«

Eher kritisch kommentiert Dipl.-Kfm. Bernd Nußbickel, (Jakob-Anstatt-Str. 1, 55130 Mainz) seit 1990 Steuerberater in Mainz, die jüngsten Änderungen im Steuerrecht: »Abgeltungsteuer, »nachgelagerte Besteuerung« und jetzt auch noch eine steuerliche »Identifikationsnummer« lauter Neuerungen, die vor allem den Finanzbehörden nützen und den Staatsäckel füllen helfen sollen. Der Staat weiß immer besser über die einzelnen Einkünfte seiner Bürger Bescheid und wird die Steuerzahler immer früher zur Kasse bitten ohne Rücksicht auf die Ausgaben, die die Steuerschuld kräftig nach unten drücken können. Umso wichtiger, sich über seine persönlichen Steuersparmöglichkeiten zu informieren und so früh wie möglich vom Staat zurückzu-fordern, was einem zusteht. Wer wirklich sicher gehen will, sollte nicht zögern, das persönliche Gespräch mit einem Steuerberater zu suchen.«

Abgeltungsteuer- optimierte Alternativen

Auch Detlef Saul, Senior-Berater im Bereich Private Banking der Mainzer Volksbank eG (MVB), wundert sich über die bisher relativ geringe Anzahl von Reaktionen: »Der Zeitpunkt für die Einführung der Abgeltungsteuer rückt immer näher. Um so erstaunlicher sind die zuletzt veröffentlichten Analysen, dass erst 15-20 % der Investoren bei ihren Geldanlagen die neue Steuergesetzgebung berücksichtigten.

Für viele der in den Depots schlummernden Vermögenswerte gibt es geeignete Abgeltungsteuer-optimierte Alternativen. Zu diesen zählen unter anderem Dach- und Mischfonds sowie steueroptimierte Rentenanlagen. Sinnvolles Handeln lohnt sich.«

Was sollte der Kunde jetzt tun?

Saul: »Die neue Steuer bringt für viele Kunden Vorteile. Zu berücksichtigen sind dabei im Einzelfall aber immer die persönliche Steuerlast sowie verschiedene Übergangsvorschriften. Ist der künftige Abgeltungsteuersatz niedriger als der jetzige persönliche Steuersatz, sind sicherlich Produkte mit aufgeschobener Zinszahlung von Interesse. In diesen Fällen fließen ihm die zu versteuernden Erträge erst ab 2009 zu wenn der niedrigere Satz gilt.

Auch Detlef Saul hält einen baldigen Informationstermin für unbedingt erforderlich: »Wir können die Portfolios unserer Kunden jetzt noch nach deren individuellen Vorstellungen und Bedürfnissen optimieren. Daher unsere Bitte: Den Gesprächswunsch nicht auf die lange Bank schieben. Deshalb sollte unser Kunde rechtzeitig einen Termin mit seinem Berater bei der Mainzer Volksbank vereinbaren.«

»Ökonomisch vernünftig handeln«

Zur Besonnenheit rät das in Mainz-Drais ansässige Steuerbüro Reiblich und empfiehlt: »Regelmäßige Fortbildung garantiert bei uns einen hohen Wissensstandard. Und das gilt natürlich auch für neue fiskalische Instrumente wie z. B. die Abgeltungsteuer. Unser Motto lautet: nichts überstürzen, nicht immer auf die Banken gehören, denn die wittern gute Geschäfte; ökonomisch vernünftig zu handeln ist häufig längerfristig erfolgreicher als einen kurzfristigen Steuerspareffekt mit zu nehmen. Wenn man nämlich auf die falschen Pferde, pardon, Aktien oder Wertpapiere setzt, kann das teurer zu stehen kommen als 25 % Abgeltungsteuer zu zahlen. Es ist also viel Fingerspitzengefühl für die einzelnen Vermögensstrukturen vonnöten und natürlich auch gute und ehrliche Partner bei den Banken. Wenn Sie unsicher sind, machen Sie einen Termin bei uns, wir beraten Sie. An den Platzäckern 27. Tel: 06131 947 000«


(-mdl-)