Heft 215 August 2008
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Olympiade

Auf Medaillenjagd:

USC-Mainz in peking


Hingst

»Auf nach Peking« In einer Miniserie hat DER MAINZER in einigen Ausgaben Sportler aus der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt vorgestellt, die im August bei den Olympischen Sommerspielen dabei sein werden. Nach Ringern, Ruderern und Schwimmern sind zum Abschluss die Leichtathleten des USC Mainz an der Reihe. Ein geradezu ideales Finale, kann man dabei doch wunderbar auf das olympische Credo »citius, altius fortius schneller, höher, weiter« zurückgreifen.

citius schneller


Für Staffelsprinterin Marion Wagner wird Peking bereits die zweite Olympiateilnahme ihrer Karriere sein. Bei den Spielen acht Jahre zuvor in Sydney erlief sich die 30ährige mit dem deutschen 4 x100 Meter-Quartett einen beachtlichen sechsten Platz. »Und das Finale der besten Acht ist auch dieses Mal wieder das Ziel«, gibt sich das »echt Meenzer Mädche« selbstbewusst. Grund dazu hat sie allemal, schließlich war die gelernte Bankkauffrau 2001 mit dabei, als die deutsche Staffel bei den Weltmeisterschaften in Edmonton völlig überraschend die Goldmedaille holen konnte. Übrigens: So sehr es Marion Wagner auf der Tartanbahn auch krachen lässt im Privatleben lässt es die Sprinterin eher ruhig angehen. Als Hobbys gibt sie an: gemütliche Abende im Kreise der Familie und ein gutes Buch.

altius höher


Auch für Stabhochspringerin Carolin Hingst (Foto) werden die Spiele in Peking die zweiten ihrer Laufbahn sein. 2004 in Athen unternahm sie ihren ersten Anlauf in Sachen olympisches Edelmetall. Immerhin hatte sie damals gerade erst ihren ersten Deutschen Meistertitel im Freien ergattern können und war Achte der Weltbestenliste. Am Ende aber sprang für die 27-Jährige nur ein 22. Rang heraus. Enttäuschend, aber auch ein zusätzlicher Ansporn, es dieses Mal besser zu machen. Und auf einem guten Weg dahin scheint die Sportsoldatin tatsächlich zu sein, wie ihr zweiter, nationaler Freilufttitel und der deutsche Hallenrekord aus dem vergangenen Jahr zeigen. 4,70 Meter übersprang die ehemalige Kunstturnerin damals. Ein Fingerzeig für die Konkurrenz, auch für die aus dem eigenen Lager.

Denn mit Anna Battke durfte sich lange Zeit noch eine zweite USC-Stabhochspringerin Hoffnungen machen, in Peking ein Wörtchen um die Medaillen mitzureden. Immerhin 4,56 Meter hat die 23jährige als Bestleistung zu Buche stehen und einen achten Platz bei der Hallen-WM in diesem Jahr. Ein mehr als ordentliches Bewerbungsschreiben hätte ihr nicht der eigene Körper einen Strich durch die olympische Rechnung gemacht. Krankheitsbedingt war ihr Traum von Peking schon vorzeitig geplatzt.

fortius weiter


Einziger männlicher Olympiakandidat des USC war Jens Rautenkranz. Für den Hammerwerfer wäre Peking die Premierenteilnahme bei den Spielen gewesen. Am Ende allerdings fehlten dem fast 1,90 Meter großen und über 100 Kilo schweren Hünen ein paar Zentimeter, um die Olympianorm der Deutschen Leichtathletikverbandes zu erfüllen. Ärgerlich, denn dass er die Weite drin hat, ist für den 26-Jährigen überhaupt keine Frage. Schließlich hat er sich in den vergangenen Monaten kontinuierlich steigern können und ist vor allem auch konstanter geworden. Und dass er international mithalten kann, hat der Sportsoldat ebenfalls schon bewiesen. Bei den Militär-Weltmeisterschaften im vergangenen Oktober in Indien reichte es für den Mainzer immerhin zu Bronze.


Mario Bast