Heft 214 Juli 2008
Info


SPIRIT IN MOTION

Aktionen zum Weltjugendtag für Daheimgebliebene auf der Landesgartenschau in Bingen:
Samstag, 19. Juli: 21 Uhr Vigilfeier
Sonntag, 20. Juli: 12 Uhr Jugendgottesdienst mit der Band Living
Berichte von den Mainzer Jugendlichen in Sydney gibt's im Weltjugendtagsblog auf www.bdkj-mainz.de
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Jugend und Kirche

Down Under: Weltkirche erfahren

Mainzer beim Weltjugendtag


»Down Under« beim Weltjugendtag: Diözesan-Jugendseelsorger
Markus Konrad, Iris Hahn und Michael Langer
»Down Under« beim Weltjugendtag: Diözesan-Jugendseelsorger Markus Konrad, Iris Hahn und Michael Langer (v.li.)

Jugendliche aus allen Teilen der Erde sind auf den Weg nach Australien zum größten Jugendevent der Welt, dem Weltjugendtag 2008 vom 15. bis 20. Juli in Sydney. Der Papst hat eingeladen, Hunderttausende kommen. Mit dabei: 112 Jugendliche und junge Erwachsene aus dem Bistum Mainz. Ihre Reise ans andere Ende der Weltkugel hat schon begonnen. Am 30. Juni hob der Flieger in Frankfurt ab, zuvor gab es mitten im Terminal einen Reisesegen von Karl Kardinal Lehmann persönlich.

»Ich bin so gespannt auf das Land und die Kultur«, freut sich der 22-jährige Student Michael Langer aus Mainz-Weisenau. Freudige Erwartung ist auch der 19-jährigen Iris Hahn ins Gesicht geschrieben:

»Ich war noch nie so weit weg«, gesteht die Gonsenheimerin. Beide waren vor drei Jahren dabei als Köln Kopf stand, am Weltjugendtag 2005. »Das war eine Wahnsinns-Atmosphäre«, so Langer, »tausende Jugendliche aus der ganzen Welt zogen mit Rucksäkken durch die Stadt, feierten ihren Glauben.« Hahn nahm damals zwar nur übers Wochenende teil, »aber auch das war einfach überwältigend. Köln hat mich auf den Geschmack gebracht.« Jetzt sind die beiden jungen Mainzer gespannt, den Weltjugendtag als Gast zu erleben.


Land und Leute kennen lernen


Insgesamt drei Wochen reisen die 112 Jugendlichen durch das Land der Kängurus. Veranstaltet wird die Reise vom Bischöflichen Jugendamt und dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend im Bistum Mainz. Die Jugendlichen müssen für drei Wochen mit Vollverpflegung einen Eigenanteil von 2800 Euro berappen, der Rest wird über Zuschüsse vom Bistum finanziert. Zwei Jahre lang haben sich Hahn und Langer das Geld zusammengespart: »Ich gab Nachhilfe, habe im Staatstheater Getränke verkauft und vieles mehr. Australien war mir die Plackerei wert«, sagt der 22-Jährige.

Die ersten beiden Wochen »down under« verbringen die Mainzer im Norden, in Darwin. »Land und Leute kennen lernen ist angesagt«, erklärt Diözesanjugendseelsorger Markus Konrad, der die Reise mit zwei Kollegen leitet. Sightseeing in Darwin, die unberührte Natur in Nationalparks mit Wasserfällen und hunderten Tierarten stehen auf dem Programm. »Die Kultur der Aborigines, Krokodile in freier Wildbahn und das ein oder andere Känguru werden uns da über den Weg laufen«, so Konrad.

Am 9. Juli starten die »Days in the Diocese«, zu deutsch Tage der Begegnung. Fünf Tage sind die Mainzer in Familien einer katholischen Gemeinde zu Gast, sehen wie die Menschen in einer anderen Kultur ihren Alltag und ihren Glauben leben. »Es geht darum, seinen Horizont aufzubrechen und sich miteinander auszutauschen. Nicht zuletzt ist die Gastfreundschaft eine tolle Erfahrung,« weiß Konrad, der das 2002 in Kanada beim Weltjugendtag in Toronto erlebt hat.


»Ihr werdet meine Zeugen sein«


Am 14. Juli geht schließlich der Flieger in den Südosten, nach Sydney. Einen Tag später fällt der offizielle Startschuss für den 23. Weltjugendtag. Das Motto: »Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes erfahren, der auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein.« Diese Passage aus dem ersten Kapitel der Apostelgeschichte steht für die Geburt der Katholischen Kirche.

Genau darum geht es beim WJT 2008: »Er steht für ein junges Bild von Kirche. Dafür, dass die alte Botschaft, dass ein Leben mit Gott gelingt, immer noch junge Menschen fasziniert«, erklärt Seelsorger Konrad. Diese Faszination manifestiert sich an der Teilnehmerzahl: 225.000 jugendliche Pilger haben sich angekündigt. Sie werden in Sydney jeden Tag an zahlreichen Events, Glaubensgesprächen und Gottesdiensten teilnehmen.

»Der absolute Höhepunkt wird der Schlussgottesdienst mit Papst Benedikt XVI.«, strahlt Langer. Der Heilige Vater zelebriert die Messe am 20. Juli auf dem Randwick Racecourse. »Der Papst repräsentiert die Einheit der verschiedenen Kulturen in der Katholischen Kirche«, so Jugendpfarrer Konrad. »Er hat eine ganz besondere Ausstrahlung«, fügt Langer hinzu.

Hahn erinnert sich an die Atmosphäre bei der Schlussmesse in Köln: »In dem Moment mit tausenden Jugendlichen um sich herum und dem Papst spürt man die Weltkirche.« Pfarrer Konrad bringt den Event mit dem Zitat eines daheimgebliebenen Jugendlichen auf den Punkt: »In diesen Tagen ist es cool katholisch zu sein.«


Ucg