Heft 214 Juli 2008
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Ebersheim

Im Süden der Landeshauptstadt

Gute Weine und Weltmeisterinnen


Wappen von Mainz Ebersheim

Ebersheim ist der südlichste Stadtteil von Mainz. Seine älteste Erwähnung ist, wie bei vielen rheinhessischen Gemeinden, in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Fulda zu finden und datiert auf das Jahr 764.

Namenspatron war keineswegs ein männliches Schwein (wie z.B. in Eberbach) sondern ein Franke namens Eberolf, Eberwin o.ä. Im Jahre 1184 wurde hier angeordnet, dass nur noch im Süden des Ortes Weinbau betrieben werden durfte. Dies hat sich bis heute nicht geändert.

1324 gründeten Mitglieder des Antoniter-Ordens, nachdem sie in Mainz ansässig geworden waren, in der Gemarkung einen Hof, um ihre Niederlassung in der Stadt zu versorgen. Dieser »Antoniushof« (heute: »Töngeshof«) war zunächst eigenständig und gehörte nicht zum Dorf. („Tönges« war die in der Region gebräuchliche Form für den lateinischen Namen »Antonius«)

Kurz darauf begannen unsichere Zeiten: Das Ebersheim wurde mehrmals versetzt und wechselte komplett »mit Gericht und allem Zubehör« ab 1344 immer wieder den Besitzer bis es schließlich an Peter Denhart, den Meister des Hauses St. Antoni in Alzey fiel. Doch auch hier galt die Klausel, dass es an niemand anderen versetzt oder verkauft werden durfte, sondern es sollte dem Mainzer Kloster St. Alban »das Verkaufs- und Einlösungsrecht jederzeit zustehen«. Die Antoniter behielten das Dorf bis zum Jahre 1420, dann löste es Erzbischof Konrad von Mainz mit Bewilligung des gerade in ein Ritterstift verwandelten St. Albanskloster ein.

Seit dieser Zeit gehörte es Kurmainz bis zu dessen Auflösung. Es war, so Brilmayer, »dem kurfürstlichen Amte Nieder-Olm und seit 1782 dem Vizedomamt Mainz zugeteilt, verblieb aber auch dann noch bei der Amtsvogtei Nieder-Olm.« 1807 wurde es schließlich als »Mairie d'Eberheim Mont-Tonnerre« eigenständige Bürgermeisterei im Kanton Nieder-Olm. Seine Einwohner erwarben in den folgenden Jahren den Töngeshof vom Herzog von Dalberg und den Albaniterhof vom Kloster St. Alban.

Am 7. Juni 1969 wurde Ebersheim in Mainz »eingegliedert«. Durch diesen Verwaltungsakt wurde Mainz wieder eine Stadt des Weinbaus (auch Hechtsheim und Laubenheim gehörten zu den Gemeinden die an diesem Tag ihre Unabhängigkeit verloren) und sie erhielt einen neue »höchste Erhebung«: das 254 Meter hoch gelegene Gebiet »Auf der Muhl«.


Weinfest im Dorf


Mainz Ebersheim Heute hat Ebersheim rund 5.500 Einwohner; der Ortskern ist geblieben und die in den Außenbezirken gebildeten Neubaugebiete fügen sich in das Ortsbild ein.

Der Wein hat auch heute noch einen zentralen Stellenwert, wie u.a. das an jedem zweiten Wochenende im Juli stattfindende »Weinfest im Dorf« belegt. Hier können sich Einheimische wie Gäste von der Qualität der Einzellagen »Hüttberg«, »Sand« und »Weinkeller« überzeugen.

Da sich die Terroirs dieser Gebiete deutlich unterscheiden, ist das Ebersheimer Angebot sehr reichhaltig. Die Süd-Mainzer bieten u.a. Silvaner, Riesling und Spätburgunder an. Der Stadtteil ist außerdem Sitz der »Mainzer Wein Gilde e.V.« und war Residenz von Eva Vollmer, der rheinhessischen Weinkönigin 2003 / 2004.

Katrin Schultheis und Sandra Sprinkmeier

Weltmeisterinnen


Besonders stolz ist man auch auf zwei weitere Ebersheimerinnen: Katrin Schultheis und Sandra Sprinkmeier. Die beiden jungen Damen sind vielfach ausgezeichnete Kunstradfahrerinnen des RV Mainz-Ebersheim. 2004-2006 waren sie Vizeweltmeisterinnen und 2007 wurde ihr bisher erfolgreichstes Jahr: Sie gewannen die German-Masters-Serie, wurden UCI-Ranking-Siegerinnen erreichten einen neuen Weltrekord mit 316,39 Punkten in der Vorrunde der Weltmeisterschaft und wurden schließlich auch im November Weltmeisterinnen!


Unsere Tipps:


Aus der Geschichte von Ebersheim nicht wegzudenken ist auch das älteste Gasthaus am Platze, der Darmstädter Hof. Er wurde zwischen 1834 und 1848 von P. Nostadt für Johann Darmstadt erbaut, ist von Anfang an als »Wirtshaus« belegt und wurde 1905 von Ambros Becker erworben. Seit dieser Zeit befindet er sich in Familienbesitz.

Bei einem Ausflug in den Süden der Stadt ist hier eine längere Rast ein absolutes »Muss«. Und bei den Preisen reibt sich so mancher Wandersmann oder Radfahrer verblüfft die Augen: Schoppen ab 1.40 €? Wo gibt’s denn noch so was? (Na, bei Beckers!)

Mainz Ebersheim Holiday Land Auch den eingefleichtesten Ebersheimer zieht es einmal in die Ferne. Auch kein Problem, denn im Ort gibt es auch ein Reisebüro, den Thomas Cook-Spezialisten »Holiday Land«. Und wer im Winter verreisen will, sollte jetzt ruhig schon einmal vorbeikommen. Die neuen Kataloge sind da und man verrät Ihnen gerne, wo die besten Pisten und Loipen sind und wo man auch im Winter am Strand liegen und braun werden kann.

Aber nicht vergessen: Am zweiten Juliwochenende treffen wir uns zunächst alle in Ebersheim - beim »Weinfest im Dorf«.


(-mdl-)