Heft 213 Juni 2008
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Danke Kloppo, Hallo Jörn

Mainz 05

Danke, Kloppo! Hallo, Jörn!

Tschuess Kloppo

Freitag, 23. Mai 2008 - 22.20 Uhr: Jürgen Klopp verlässt das Foyer des Mainzer Theaters. Ein letztes »Tschüss« an die Anwesenden das war’s. Ende einer ära. (Und dieses Mal darf man den Begriff »ära« wirklich verwenden, ohne sich dem Verdacht des übertreibens auszusetzen.) Wenige Stunden vorher schrieben Mainz 05 und sein scheidender Chef- Coach noch einmal Fußballgeschichte. Es gehört zum schlechten Ton im internationalen Profi-Fußball, dass Trainer meist gefeuert werden und bei Nacht und Nebel die Stadt verlassen müssen. Mainz hat gezeigt, dass es auch anders geht. »Typisch Karnevalsverein! « wird der eine oder andere Beobachter sicherlich abschätzig murmeln und sich vielleicht trotzdem ein paar Gedanken machen. In Dortmund wird ein anderer Wind wehen: Auf seiner ersten Pressekonferenz im schwarz-gelben Revier musste sich der Noch-Mainzer gleich mit der Frage herumschlagen, ob er denn »weltmännisch« genug für seine neue Aufgabe sei. Eigentlich ziemlich provinziell so eine Frage. Derweil trocknet man in Mainz die Tränen, freut sich über die ersten Neuzugänge und wartet auf den ersten öffentlichen Auftritt von Nachfolger Jörn Andersen. Jörn Andersen In dem nun entstandenen Quasi- Interregnum tauchen plötzlich auch jene lange nicht mehr gehörten aber auch überhaupt nicht vermissten Schwarzmaler wieder auf. Sie haben an Klopp als Spieler kein gutes Haar gelassen, hätten ihn und Christian Heidel nach der Rosenmontags-Entscheidung in 2001 am liebsten gekreuzigt und wurden von der dann folgenden Welle positiver Ereignisse erst einmal zum Schweigen gebracht. Kaum einer kennt Jörn Andersen näher, niemand weiß, wie (und mit welchen Spielern) er den Verein für die neue Saison ausrichten wird, aber es wird schon wieder gemeckert, gekeifft und schwarz gemalt. Die Antwort von Kloppo war deutlich: So bitte nicht! Wer die Daten von 2001 und 2008 vergleicht kann sehr schnell erfassen, was Trainer und Verein in diesen Jahren alles geleistet haben. Auch für die Stadt! Dafür ein ehrliches »Danke, Kloppo!« Und ansonsten gilt die Devise: Dann steigen wir eben mit dem neuen Trainer auf: »Hallo Jörn!«


(mdl)