Heft 212 Mai 2008
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Infos:
Das Eintrittsbändchen, das freien Eintritt zu allen Einrichtungen gewährt, kostet 7 Euro und ermäßigt 4 Euro. Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr können in Begleitung eines Erwachsenen kostenlos teilnehmen. Seit dem 28. April läuft der Vorverkauf bei der Touristik Zentrale Mainz und im Verkehrs-Center Mainz am Hauptbahnhof. Shuttle-Busse der Sonderlinie 80, 81 und 82 verkehren zwischen den Museen von 16.30 bis 1.30 Uhr. Linienbusse fahren die ganze Nacht. Mehr Infos zu den Fahrplänen und dem gesamten Programm unter www.museumsnacht.mainz.de


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Titelstory

Die Mainzer Museumsnacht

Kunsterlebnis der besonderen Art

Wolfgang Gerlachs Mainzelmännchen
Viele seiner über Generationen bekannten Mainzelmännchen- Exponate wird Wolf Gerlach in der Museumsnacht ausstellen und signieren.
Tanz und Theater in den Museen, Vernissagen und Aktionen in den Galerien, Performances und Installationen in den Kunst-Werkstätten es ist wieder so weit: Mainz feiert am 17. Mai seine 4. Museumsnacht. Das Event ist mittlerweile zu einem festen Bestandteil des städtischen Kulturkalenders geworden und zog letztes Jahr mehr als 11.000 Besucher an. In diesem Jahr öffnen 34 Institutionen von 17 bis 1 Uhr ihre Türen und sorgen erneut dafür, dass Mainzer Kunst in Verbindung mit kulinarischen Genüssen vor nächtlicher Kulisse stattfindet. Das vielfältige Programm für Erwachsene, Kinder und Jugendliche bietet für jeden Geschmack die passende Unterhaltung. Sicherlich interessant für Groß und Klein ist die Sonderausstellung »vorgestern, gestern und heute die 3 Leben des Wolf Gerlach, Vater der Mainzelmännchen« in der Galerie Mainzer Kunst! (Weihergarten 11). Wolf Gerlach, der im April seinen 80. Geburtstag feierte und dessen Trickfiguren seit nunmehr 46 Jahren das bekannteste Zeichen des ZDF sind, wird zur Ausstellungseröffnung anwesend sein und zwischen 20 und 21 Uhr Exponate seiner Kobolde signieren. Galerist Rolf K. Weber lädt am gleichen Tag ab 11 Uhr zur 2. Geburtstagsfeier seiner Galerie ein.





Performance Art Depot (PAD)

Die Sprecher eines Hörspiels, live gesprochen vor Publikum
Die Geschichtenerzähler direkt vor Augen zu haben, ist sicherlich eine ungewöhnliche Art, einem Hörspiel (!) zu lauschen.
»Hören Sehen Fühlen« in der neuen Produktions- und Spielstätte für zeitgenössische performative Kunst (Leibnizstr. 46) werden die Sinne angesprochen. Drei Veranstaltungen unterschiedlicher Darstellungsformen überraschen die Besucher mit unerwarteten Wahrnehmungsperspektiven: Sowohl um 17 als auch um 21 Uhr führt der interaktive Parcours »Pfadfinder« die Teilnehmer durch einen Entdeckungsraum, in dem sie sich selbst einbringen und dabei Ungewöhnliches erleben können. Zu den gleichen Zeiten können sich die Zuschauer auch bei der Video-Installation »Space Odyssey« auf eine virtuelle Stadtreise begeben ein Spiel mit Bewegung und Geschwindigkeit als wesentliche Elemente urbaner Erfahrung. Ein Hörspiel live mit verfolgen kann das Publikum ab 22 Uhr mit der grotesk-komischen Monstergeschichte »Legenden«, deren Sprecher sich vor den Augen der Gäste immer mehr in ihre literarischen Figuren verwandeln während sie mit selbst erzeugten Geräuschen die ungewöhnlichsten Szenen schildern.





Naturhistorisches Museum

Nana Asamoah aus Ghana
Tänzer, Akrobat und Clown: Nana Asamoah aus Ghana.
Afrika und im Speziellen der Naturraum Madagaskar stehen im Mittelpunkt des großen Nachtprogramms des Naturhistorischen Museums, dessen Veranstaltungen jeden mit auf eine exotische Reise durch den Kontinent nehmen. Ab 17 Uhr wird auf dem Vorplatz des Museums ein afrikanischer Markt aufgebaut sein, der selbst kreierten Schmuck und Kunsthandwerk verschiedener ethnischer Gruppen zeigt und alle Besucher dazu einlädt, aus Erdfarben und Ruß Bilder zu malen. Die Filme über Afrika und Madagaskar ab 19.30 Uhr gewähren einen Einblick in das Leben der Menschen im Dorf und in den Städten, man erfährt viel über ihre Träume, Zukunftswünsche, ihre Feste und Riten. Gegen 20 Uhr tritt eine nigerianische Musikgruppe auf, die mit Trommeln und Gesang eine Mischung aus Jazz und Reggae entwickeln und die beiden Modenschauen, die traditionelle und moderne afrikanische Designs um 21 und 23 Uhr zeigen werden, begleitet. Heiße Rhythmen laden ab 23.30 Uhr bis zum Ende der Museumsnacht zum Mittanzen ein. Afrikanische Leckereien, Fingerfood und Gerichte sowie arabischer Tee und Wein sorgen die ganze Nacht für kulinarische Genüsse.





Programme der Mainzer Kunstahalle

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Als »Trabant« in der Kunsthalle Mainz: Iris Kettner (Superheroes 2005)
»Alle Zeit der Welt«, so lautet der Titel der Gruppenausstellung, die in der Mainzer Kunsthalle auch in der Museumsnacht gezeigt wird. Zehn Künstlerinnen und Künstler, in deren Werke die Erfahrung der Zeit eine zentrale Rolle einnimmt, haben immer wieder Langzeitprojekte verfolgt. Sie eröffnen eine besondere Wahrnehmung für das Verstreichen der Zeit und kreisen um die zentralen Fragen nach Sinn und Dauer der Existenz. »Alle Zeit der Welt« zeigt exemplarisch zehn solche Langzeitprojekte. Einige sind abgeschlossen, andere dauern noch an teilweise schon Jahrzehnte. Für Kinder und Jugendliche werden um 17.15 und 18.15 Uhr die besonderen Führungen »Einsteigen und losfliegen« und »Lecker« mit Angelika Klessinger angeboten. Erwachsene können stündlich an Führungen wie »Nach der Kohle kommt die Kunst« mit Britta Groll und anderen bekannten Künstlern teilnehmen. Das passende musikalische Ambiente gestaltet DJ Stu in der 7 Café Bar Lounge von 18.30 bis 1 Uhr.





Botanischer Garten

Zum ersten Mal nimmt der Botanische Garten der Johannes Gutenberg-Universität an der Museumsnacht teil. Eine stimmungsvolle Illumination sorgt ab Einbruch der Dämmerung (ca. 20.Uhr) dafür, dass Gewächshäuser und Pflanzen in ungewohnter Atmosphäre erscheinen. Urwaldgeräusche und das betörende Konzert der karibischen Pfeifffrösche machen den Besuch im Botanischen Garten zu einem besonderen Nachterlebnis. Fachkundige Informationen über spezielle Pflanzen werden von Mitarbeitern des Gartens an verschiedenen Stationen in den Gewächshäusern angeboten.





Landesmuseum

Hundertwasser Green Power
Friedensreich Hundertwasser Green Power, 1972, Kunst Haus Wien © 2008 Gruener Janura AG, Glarus
Einen paradiesischen Rahmen für die Mainzer Museumsnacht bietet die Ausstellung »Den Cherub betören«, in deren Mittelpunkt »Friedensreich Hundertwasser und die Sehnsucht des Menschen nach dem Paradies« stehen. Das Ausstellungsprojekt, organisiert vom Landesmuseum in Kooperation mit der Christuskirche, ermöglicht eine Begegnung mit dem vielfältigen Schaffen und Wirken von Friedensreich Hundertwasser in Mainz und der Region Rhein-Main im Jahr seines 80. Geburtstags. Im Rahmen der Museumsnacht präsentiert das Landesmuseum am 17. Mai ein »paradiesisches Programm«: die »Paradiesnacht« begleitet von 17 - 20 Uhr nicht nur Kinder und Jugendliche »In Hundertwassers Reich«; ab 17.30 Uhr zu jeder vollen und halben Stunde gewähren Führungen »Blicke in Paradiese«, um 21 und 23 Uhr heißt es »Adam & Eva live« um 22 Uhr können Sie sich den Himmel komponieren unter dem Motto: Erschaffung des eigenen Paradieses, von 0.30 - 1 Uhr erfolgt die »Vertreibung aus dem Paradies«. üBRIGENS: Die Ausstellung »Den Cherub betören« beginnt am 16. Mai und endet am 27. Juli. Die Christuskirche präsentiert unter anderem von Hundertwasser gestaltete Bibeln und Architekturmodelle, das Landesmuseum stellt das malerische Frühwerk von Hundertwasser vor und zeigt ausgewählte Zeichnungen und Graphiken aus seinen späteren Jahren; zum Programm gehören auch zahlreiche Begleitveranstaltungen; detaillierte Infos:
www.landesmuseum-mainz.de
www.christuskirche-mainz.de



KH / SoS




Kunst in der Stadt

Brücken verbinden

Skulpturen aus Holz von Karin Waldmann
Skulpturen aus Holz von Karin Waldmann, Niederwörresbach (Hunsrück)

Im Juni geht es weiter mit künstlerischen Ereignissen der besonderen Art: Vom 3. bis 8. Juni treffen sich KünstlerInnen aus Mainz und den sieben Mainzer Partnerstädten zu »Kunst in der Stadt«. Für die KünstlerInnen bedeutet das Zusammentreffen vor allem auch gegenseitiges Kennenlernen, neue Kontakte zu Kunstfreunden aus Europa, USA und Israel werden geknüpft, Mainz und Umgebung mit Augen, Ohr und Gaumen erkundet. Eingebettet in das Programm ist auch der Besuch des RAP-Konzertes der Dijoner Gruppe ILTIKA im Frankfurter Hof am 6. Juni. Zudem kommen die Kunstschaffenden in direkten Kontakt mit Kunstinteressierten und Flaneuren, wenn sie in den Freiluftzelten auf dem Gutenbergplatz ihrer Arbeit nachgehen. Zeit für einen Plausch, für Erklärungen zu Technik und Inhalt der Werke findet sich hier immer. Den KünstlerInnen aus Burgund, Louisville, Aktzeichnungen von André Mugueret (Burgund) Valencia, Erfurt und der Umgebung von Mainz (die Fotos zeigen Beispiele des vielseitigen Schaffens) kann man am 5.6. und 6.6. von 10-18 Uhr sowie am 7.6. von 10-14 Uhr bei ihrer Arbeit zum Thema »Brücke« über die Schulter schauen. Die besten vier Arbeiten werden anschließend prämiert und alle Kunstwerke am 7.6. um 17 Uhr im Foyer des Staatstheaters öffentlich versteigert.

SoS