Heft 212 Mai 2008
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Jubiläum Mainz-Dijon

Mainz-Dijon

Eine Brücke der Versöhnung gebaut


50 Jahre Staedtepartnerschaft Mainz-Dijon

Aus Feind mach Freund: Viele Städtepartnerschaften entstanden nach dem zweiten Weltkrieg zu diesem Zweck. Besonders auf kommunaler und regionaler Ebene sollten die ehemaligen Feinde enger aneinander gebunden werden, um so eine Brücke der Versöhnung zwischen ihren jeweiligen Ländern zu schlagen.

Diese Motivation war auch Grundlage für die Städtepartnerschaft zwischen Mainz und der französischen Stadt Dijon, die am 5. Mai vor 50 Jahren beurkundet wurde. Gemäß dem Motto: »Gut Ding will Weile haben« begann die Annäherung zwischen der rheinland- pfälzischen und der burgundischen Hauptstadt schon fünf Jahre früher.

1953 knüpfte eine Delegation von Mainzer Kommunalpolitikern erste Kontakte zu der französischen Stadt, also zu einer Zeit, in der die Beziehungen zwischen den ehemaligen Erbfeinden Deutschland und Frankreich noch eher von Zurückhaltung geprägt waren.

Geschäftiges Markt-Treiben auf dem Place François Rude
Geschäftiges Markt-Treiben auf dem Place François Rude


Die Gemeinsamkeiten beider Städte, ihre ähnliche Größe und Funktion als Universitäts- und Landeshauptstädte haben 1958 den Oberbürgermeister von Dijon, Kanonikus Kir, und seinen Mainzer Kollegen Franz Stein davon überzeugt, eine Städtepartnerschaft zwischen Mainz und Dijon einzugehen.

Die Initiative für diese außergewöhnliche Partnerschaft ging also von offizieller Seite aus, doch was als Partnerschaft „von oben herab“ begann, entwickelte sich im Laufe der Zeit immer mehr zu einer Partnerschaft auf Bürgerebene. Besonders im sportlichen Bereich, auf schulischer und universitärer Ebene findet ein reger Austausch statt.

An der Mainzer Universität gibt es beispielsweise die Möglichkeit eines integrierten Studiengangs für Geisteswissenschaftler: die ersten und die letzten beiden Semester des Studiums werden in Mainz absolviert, die restliche Zeit wird in Dijon studiert.

Studenten aus Dijon können das gleiche Angebot – in umgekehrter Abfolge – in Anspruch nehmen. Vor der Umstellung auf einheitliche Bachelorund Masterstudiengänge hatte dieses Angebot den Vorteil, dass die Studenten am Ende ihres Studiums sowohl den deutschen als auch den französischen Abschluss in der Tasche hatten.

Doch nicht nur Studenten, auch Schülern und Auszubildenden soll ein Aufenthalt in der Partnerstadt leicht gemacht werden: das seit 1994 bestehende Haus Burgund organisiert Praktikumsplätze für alle interessierten Mainzer zwischen 18 und 27 Jahren, die ein bis drei Monate Praxiserfahrungen in Dijon und Umgebung sammeln wollen.

Ihr Pendant in Dijon, das Haus Rheinland-Pfalz, hält ein ähnliches Angebot bereit und dient – wiederum wie das Haus Burgund in Mainz - als Ort der interkulturellen Begegnung zwischen den beiden Städten.

Diese Begegnungen dürften sich in diesem Jahr auch außerhalb der beiden Kulturzentren häufen, denn nicht nur bei Kunst in der Stadt und bei den Burgunder Tagen ist Dijon vertreten, am 4. Mai starten auch zwei Läufer aus Dijon beim Mainzer Gutenberg-Marathon und zwei Tage später, am 6. Mai findet im Haus der Jugend ein Konzert mit dem Trio des in Dijon geborenen Daniel Fernandez statt.

Der Austausch bleibt keineswegs einseitig: das Mainzer Ballett macht sich in diesem Jahr auf in die burgundische Hauptstadt, um dort bei einem Gastauftritt das Tanzbein zu schwingen.

Natürlich bedarf ein solches Ereignis auch eines offiziellen Festakts: am 3./4. Mai empfängt Oberbürgermeister Jens Beutel eine Delegation mit seinem Amtskollegen Francois Rebsamen aus Dijon im Ratssaal. Der Gegenbesuch des Mainzer OBs in Dijon ist im Herbst dieses Jubiläumsjahres geplant.



Katrin Henrich

Infos: www.haus-burgund.de