Heft 212 Mai 2008
Werbung


Werbung

Freizeit

Freizeit- , Sport- und Erholungspark (FSE) Lenneberg

»Platzreife« für Deponie


Freizeit- Sport- und Erholungspark Lenneberg

Ein großes Handicap sollte nicht haben, wer auf dem Kerngelände des Freizeit-, Sport- und Erholungspark (FSE) Lenneberg, also dem neuen Mainzer Golfplatz bei Budenheim, spielen will. Das ist ein Platz für Profis, wenngleich auch unbedarfte Anfänger hier ihre ersten Erfahrungen sammeln dürfen, wie Geschäftsführer Marco Paeke versichert.

Auf dem 42 Hektar großen ehemaligen Steinbruch- und Mülldeponiegelände befindet sich, flankiert von steilen Felswänden, inmitten des Golfplatzes eine überwiegend natürliche, silbern glänzende Teichlandschaft mit vielen Bäumen und Sträuchern. Nach der endgültigen Fertigstellung im nächsten Jahr wird das das gesamte Gelände für jedermann begehbar sein wird.

Von den zwei geplanten Wanderwegen befindet sich zwar die Nord-Süd-Achse noch im Bau, die Ost-West-Achse ist jedoch zum Teil begehbar: Von Mombach nach Budenheim kommend führt der Weg über die Felder auf dem Oberen Mombacher Weg an der Golf- und Tennishalle vorbei. An den Boxen der Driving Range biegt man rechts ab und folgt dem Weg in seiner Linkskurve, um am Rande des Golfplatzes Richtung Budenheim weiterzugehen. Weiter geht es den Hang hinunter an die nördlichen Seen. Bei der Weggabelung geht es rechts wieder zurück zur Driving Range. Das letzte Stück nach Budenheim wird im Herbst fertig. Dann führt der Weg ins neue Budenheimer Bebauungsgebiet »Wäldchen Loch«, das später direkt an den Oberen Mombacher Weg angeschlossen sein wird. Hinter dem Blockheizkraftwerk käme man schließlich auf der Wiesmoorer Straße in Budenheim heraus.

Sicherlich ebenso abwechslungsreich, nur mitten über das Golfplatzgelände, wird die nächstes Jahr begehbare Süd-Nord- Achse sein, die vom Lennebergwald (Höhe: ehemalige Hühnerfarm) zum Rhein führt. Der Weg verläuft zum Teil im Zickzackkurs und im leichten Gefälle auf der ehemaligen und jetzt gut abgedichteten Mülldeponie und wird an zwei markanten Stellen mit zwei Aussichtstürmen bestückt sein und soll weiter am Rande eines locker bewaldeten Areals nah des einzigen künstlich angelegten Bewässerungssees vorbei zur Hauptstraße führen. Durch einen Fußgängertunnel unter der Hauptstraße gelangt man zum Rhein.

Die Kombination von Golfplatz und Lebensraum für wertvolle Biotope scheint in Budenheim aufzugehen. Projektentwickler Udo Ries schwärmt: »Hier gibt es zum Beispiel nicht nur ein Orchideenfeld, sondern auch Uhus und Eisvögel.« Und mittlerweile ansässig geworden seien auch die vom Mainzer Zoll- und Binnenhafen umgesiedelten 2000 Mauereidechsen.

Seit acht Jahren treibt Ries die Verwirklichung seiner Idee des insgesamt 125 ha großen FSE Lenneberg voran und konnte nicht nur Investoren, sondern auch Umweltverbände und Politiker aller Couleur der Kommunal- und Landesebene für sein Projekt begeistern und gewinnen. »Natürlich wird der FSE vorwiegend über den Golfclub finanziert. Im Großen und Ganzen geht es mir aber um ein breites Sportangebot und eine ökologische Nutzung und Rekultivierung des Geländes«, führt Ries aus. Dass man dabei im Ranking der Golfplätze einen Platz in der obersten Liga habe, sei zwar nicht intendiert, aber ein schöner Nebeneffekt.

Umweltdezernent Wolfgang Reichel (CDU) ergänzt: »Die Folgenutzung und Umwandlung einer ehemaligen Mülldeponie in ein Freizeitgelände hat Modellcharakter und ist bislang in Deutschland einmalig.« Schließlich gebe es Hunderte von Deponien in Deutschland, die geschlossen und nachversorgt werden müssten. Aufgrund seines Vorbildcharakters werde der FSE Lenneberg auch unter Fachleuten für Entsorgungsbetriebe auf großes Interesse stoßen.



Garek

INFO
Kostenlose Führungen
über das Golfclubgelände finden
samstags und sonntags zwischen 12 bis 16 Uhr im Stundenrhythmus statt.
www.mainzer-golfclub.de