Heft 212 Mai 2008
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Denkmal

Schwarz und Weiss

»Im Schatten der Macht«


Im Schatten der Macht - Das Denkmal für Dr. Martin Luther King im Mainzer Martin Luther King-Park

Vor 40 Jahren, im April 1968, wurde der schwarze Bürgerrechtler Dr. Martin Luther King in Tennessee ermordet. 33 Jahre später wurde er in Mainz mit einem der wohl imposantesten Denkmäler der Stadt geehrt. Imposant, aber ziemlich versteckt. Mitten im Martin Luther King-Park, auf dem ebenfalls nach ihm benannten Platz auf der Rückseite des Einkaufszentrums am Dr. Martin-Luther King- Weg. Wie es zu so viel Würdigung eines Mannes kommt, der nie einen Fuß nach Mainz gesetzt hat? Der Hintergrund ist nicht etwa eine heimliche Verbundenheit Kings mit Mainz, sondern ein symbolischer.

Der Name Martin Luther King-Park stammt noch aus der Zeit, als die Wohnsiedlung ein ‚village’ war und von amerikanischen Soldatenfamilien, auch vielen schwarzen, bewohnt wurde. Nach dem Abzug des US-Militärs wollte die Wohnbau Mainz AG weiter an den Bürgerrechtler King erinnern und ließ ihm das besagte Denkmal errichten.

Im Schatten der Macht - Das Denkmal für Dr. Martin Luther King von Dorel Dobocan Geschaffen wurde es von dem rumänischen Künstler Dorél Dobocan. Eine schwarze und eine weiße Wand, die wie Puzzleteile ineinander greifen würden, wäre da nicht ein gigantischer Stuhl, der die beiden voneinander trennt. »Was bedeutet der Stuhl?«- diese Frage hörte Dobocan anfangs ständig. Zum einen, so erklärt der Künstler, erinnert der Stuhl an den Beginn der Bürgerrechtsbewegung in Amerika, als erstmals eine Schwarze im Bus einen Sitzplatz forderte und prompt dafür verhaftet wurde.

Zum Zweiten sei der Stuhl aber auch ein Symbol für die Macht, die angesichts der Bewegung ins Wanken gerät. So lautet der Titel des Kunstwerkes denn auch: Im Schatten der Macht. Zusätzlich wurde am Fuße des Denkmals noch eine Gedenktafel in den Boden eingelassen mit den berühmten Worten von Martin Luther King, die auch heute, 40 Jahre nach seinem Tod, unverändert Gültigkeit haben: »Wir haben gelernt wie die Vögel zu fliegen und wie die Fische zu schwimmen. Doch wir haben nicht gelernt, in Frieden miteinander zu leben.«


Ilona Hartmann