Heft 210 März 2008
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Theater

Für Kinder und Jugendliche:

Eine rundum grüne Sache!



(v.l).: Elis (Katharina Knap) und Wes (Tim
Breyvogel) in »Crash  einem »einfühlsamen
Portrait über die Jugend, ihre Befindlichkeiten,
Sehnsüchte und das Erwachsenwerden
mit all den damit verbundenen
Problemen.«
(v.l).: Elis (Katharina Knap) und Wes (Tim Breyvogel) in »Crash einem »einfühlsamen Portrait über die Jugend, ihre Befindlichkeiten, Sehnsüchte und das Erwachsenwerden mit all den damit verbundenen Problemen.«

Ohne Krawatte und Abendkleid, ganz alltäglich und nicht viel komplizierter als ein Kinobesuch Kinder und Jugendtheater soll laut Thomas Guglielmetti, Kinderund Jugenddramaturg am Staatstheater Mainz, vor allem lebendig sein und den kleinen und etwas größeren Besuchern des Theaters die Freude an Konzerten, Schauspielen und der Oper vermitteln. Eine verantwortungsvolle Aufgabe, der die Kinder- und Jugendabteilung des Theaters mittels eines abwechslungsreichen Programms gerecht werden will. Wie groß dieses Angebot ist, zeigt ein kurzer Blick in den Veranstaltungskalender des Theaters, denn für Kinder und Jugendliche gilt die »Signalfarbe Grün«. »Wir haben alle Veranstaltungen des Kinder und Jugendtheaters grün unterlegt. So sehen auch Kinder, die noch nicht lesen können sofort, welche Veranstaltungen für sie sind,« erklärt Guglielmetti. Eine solch rundum grüne Sache ist beispielsweise das viermal im Jahr stattfindende »Konzert für junge Leute«. »Hier werden einzelne Stücke aus dem Jazz oder der Klassik vorgestellt und erklärt. Die Kinder lernen so spielerisch, was zum Beispiel ein Motiv ist und wie es sich durch eine Oper zieht, oder was es mit dem Blues-Schema auf sich hat,« erklärt Guglielmetti. Hauptsächlich richtet sich diese Veranstaltung an Kinder ab sieben Jahren, doch, so lacht Guglielmetti: »Auch für Erwachsene ist das sehr interessant, weil die Zusammenhänge echt super erklärt werden.« Aber nicht nur Konzerte, auch ganze Kinderopern stehen auf dem Programm des Mainzer Theaters, bei denen es Guglielmetti und seinem Team wie bei allen anderen Kinderund Jugendveranstaltungen auf Professionalität und Qualität ankommt: »Im gesamten Kinder- und Jugendbereich spielen und singen die Darsteller, die auch bei den Veranstaltungen für Erwachsene zu sehen und zu hören sind. Mit zweitklassischen Schauspielern wollen wir unsere kleinen Besucher nicht abspeisen.« Aus Kindern werden bekanntlich Leute und daher hat auch das Jugendprogramm des Theaters einiges zu bieten. Besonders wichtig ist es Guglielmetti dabei, den jungen Leuten die Schwellenangst vor dem Theater zu nehmen: »Wir wollen den Jugendlichen zeigen, dass ein Theaterbesuch genauso spannend sein kann, wie ein Kinobesuch. Er ist sogar eigentlich noch besser, weil man sich eine halbe Stunde Werbung spart.« Traditionsgemäß läuft daher in jeder Spielzeit ein Jugendstück, bei dessen Auswahl es Guglielmetti Guglielmetti darauf ankommt, dass es die Jugendlichen thematisch anspricht: »Wir versuchen immer Stücke zu finden, mit denen sich die Jugendlichen identifizieren können. Allzu didaktisch wollen wir dabei aber nicht werden. Stücke, die mit erhobenem Zeigefinger daher kommen sind für das Jugendtheater nicht so passend.« Doch ebenso unpassend wie erhobene Zeigefinger sind für viele junge Leute festgefahrene Veranstaltungen. Mitglieder des Schauspiel- Ensembles haben sich daher etwas ausgedacht, bei dem die Improvisation und der Spaß am Theater an erster Stelle steht: »Radio Unfertig« nennt sich das Event, das einmal im Monat junge Menschen in den Orchestersaal des Staatstheaters locken soll. Der Name ist dabei Programm, denn so Tim Breyvogel, Mitveranstalter der ungewöhnlichen Theaterveranstaltung: »So ganz genau wissen wir nie, was am Ende bei »Radio Unfertig« raus kommt. Das ist auch gut so, denn so bleibt es spannend und fördert die Kreativität.« Improvisierte Radio- oder Videoshows stehen bei »Radio Unfertig« genauso auf dem Programm wie eine Auswahl an cooler Musik und Party. Das einzige, was von vornherein fest steht, ist das Motto unter dem die jeweilige Veranstaltung laufen soll. In den meisten Fällen ist das ein aktuell diskutiertes Thema. Und eines ist den Improvisationskünstlern ebenfalls wichtig: den Dialog zwischen den Schauspielern und ihrem Publikum zu fördern. Dazu Breyvogel: »Hier kann man ganz ungezwungen mit den Schauspielern ins Gespräch kommen. Oft wird dadurch das Interesse an den Theaterstücken und sonstigen Veranstaltungen im Theater geweckt. Und das ist doch eine gute Sache.« (Spielplan und detaillierte Infos unter: www.staatstheater-mainz.de)


Katrin Henrich