Heft 210 März 2008
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Denkmal

Serie »Denkmäler in Mainz«

Ein Kardinal mit eigenem Platz und Denkmal


Denkmal des ehemaligen Mainzer Bischofs Hermann Kardinal Volk

Er blickt ja ein wenig finster aus seiner Stele, der ehemalige Mainzer Bischof Hermann Kardinal Volk. Man könnte den Eindruck gewinnen, als missbillige er das bunte Treiben von Mainzern, die mit Einkaufstüten beladen an ihm vorbeieilen was durchaus möglich ist, galt der Kardinal zu seinen Lebzeiten (1903-1988) doch als eher bescheidener Mensch.

Im Jahr 2003 veröffentlichte der Mainzer Bischof Karl Kardinal Lehmann eine Biografie über seinen Vorgänger. Dort heißt es: »Seine nimmermüde Hinwendung zum Menschen, seine Güte und seine Bescheidenheit wie auch die Orte, an denen er wirkte, halten das Andenken an diese volksnahe, weltkirchlich weitblickende Gestalt der deutschen Kirche wach.«

Auch sei er einer der wichtigsten Pioniere der ökumenischen Bewegung gewesen. Mainzer Bischof war Volk von 1962 bis 1982. Parallel dazu war er Mitglied der Glaubenskommission der Deutschen Bischofskonferenz und hatte maßgeblichen Anteil an dem deutschen Beitrag zum Zweiten Vatikanischen Konzil insbesondere in Fragen der Reform der Heiligen Liturgie.

Denkmal des ehemaligen Mainzer Bischofs Hermann Kardinal Volk 1975 erhielt der Kardinal die Ehrenbürgerschaft der Stadt Mainz. Knapp dreißig Jahre später, 2004, wurde der obere Bereich der Stadthausstraße, der Platz vor der Römerpassage offiziell in Kardinal-Volk- Platz umbenannt. Am 17. Januar 2006 weihten Kardinal Lehmann und der Mainzer Oberbürgermeister Jens Beutel gemeinsam das Volk-Denkmal ein, eine Schenkung des Bistums an die Stadt Mainz.

Die Bronzestele wurde von dem Mainzer Künstler Karlheinz Oswald geschaffen. Das Portrait war bereits Jahre vorher entstanden. Auf Drängen einiger Freunde hatte Kardinal Volk sich 1988 bereit erklärt, Oswald Modell zu sitzen. Vier Mal war der Kardinal im Atelier des Künstlers. »Eine sehr spannende, intensive Begegnung und auch eine große Ehre für mich«, sagt Oswald im Rückblick.

Finster oder grimmig sei Volk mit Sicherheit nicht gewesen. Allerdings sehr ernst und das spiegelt sich auch in dem Portrait wieder in sich gekehrt, fast meditativ und sicher auch etwas müde. Irgendwie hatte Oswald das Gefühl, dass er das Abbild dieses Kirchenmannes ein wenig gegen die Außenwelt schützen müsse. So kam es zu der Stele, in die der Kopf eingebettet ist ein Bronzeschild für den Kardinal gegen den Trubel dieser Welt.


Ilona Hartmann