Heft 209 Februar 2008
Infos

Mainzer Freiwilligen-Zentrum e.V.
Kirschgarten 1
55116 - Mainz
www.mainzer-freiwilligen-zentrum.de
06131 905992

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Ehrenamt

»Raus aus den Puschen ...«

... und rein ins Ehrenamt:

Das Mainzer Freiwilligenzentrums

das ist das Motto des Mainzer Freiwilligenzentrums. Freiwilligenzentrum? Vereinfacht ausgedrückt ist das eine Art Arbeitsagentur für die Vermittlung von Ehrenamtlichen erklärt Evi Arens, Leiterin des Zentrums: »Unsere Aufgabe besteht darin, Menschen, die sich für ein Ehrenamt interessieren den für sie passenden Ehrenamtsplatz zu suchen.« Sieben ehrenamtliche Berater arbeiten daher in dem Zentrum, denn die Palette der Tätigkeitsfelder ist groß und reicht von sozialen und kulturellen bis hin zu ökologischen Einrichtungen, die alle auf die Mithilfe von Freiwilligen angewiesen sind. Klassische Ehrenamtsgebiete, wie zum Beispiel Spiel-Nachmittage in einem Altenheim organisieren oder Kindern die neuesten Bücher vorlesen, sind dabei genauso vertreten wie die Instandhaltung von Biotopen, Hausaufgabenbetreuung oder die Organisation von öffentlichkeitsarbeit. Ausführliche Beratungsgespräche in den Räumen des Freiwilligenzentrums sollen garantieren, dass die Interessierten später in ihrem Ehrenamt auch wirklich zufrieden sind, denn, so Arens: »Die Tätigkeit, für die sich der Ehrenamtliche letztendlich entscheidet ist ja freiwillig und soll in erster Linie Spaß machen. Uns ist es daher sehr wichtig, dass sich die Ehrenamtlichen hinterher nicht ausgenutzt vorkommen.«
Eine Vermittlung an hilfsbedürftige Privatpersonen ist daher nicht Aufgabe des Freiwilligenzentrums erklärt Arens weiter: »In einem solchen Falle wäre erstens der Versicherungsschutz für die Ehrenamtlichen nicht gewährleistet und zweitens wollen wir vermeiden, dass unsere Freiwilligen als billige Putzkräfte missbraucht werden.« Doch auch mit der Vermittlung von Freiwilligen an die verschiedenen Einrichtungen hat das Freiwilligenzentrum alle Hände voll zu tun, denn der Bedarf an Ehrenamtlichen ist enorm groß. Kein Wunder, dass sich das auch auf den allgemeinen Stellenwert des Ehrenamts niederschlägt. »Das Bild eines ehrenamtlich Tätigen ist schon lange nicht mehr das einer älteren Dame im Faltenrock,« lacht Arens. Will heißen, das Ehrenamt ist salonfähig geworden und wird in unserer Gesellschaft immer wichtiger: »Gerade im sozialen Bereich werden immer mehr Gelder gekürzt. Ohne ehrenamtlich Tätige könnten einige Einrichtungen ihr Arbeitspensum nur noch schwer bewältigen.«

(v.li.n.re.) Uwe Ohlmeyer, Annette Jung, Evi Arens, Sybille Wiese
Sie bringen »Freiwillige« und Aufträger zusammen - natürlich ehrenamtlich: (v.li.n.re.) Uwe Ohlmeyer, Annette Jung, Evi Arens, Sybille Wiese
Doch nicht nur die Einrichtungen profitieren von den Ehrenamtlichen; ein Ehrenamt bringt auch für die engagierten Helfer eine Menge Vorteile weiß Arens: »Im Grunde genommen ist ein Ehrenamt immer eine Win-Win Situation, weil beide Seiten davon profitieren: Zum einen braucht jeder Mensch auf irgendeine Weise Anerkennung und Bestätigung und ein Ehrenamt ist dafür ideal. Zum anderen kann man durch die Tätigkeit in einem Ehrenamt seinen Horizont erweitern, lernt neue Leute kennen und eignet sich zusätzliche Kompetenzen an.« Das Ehrenamt als Förderer der oft beschworenen »Soft Skills« und Karrieresprungbrett? Dazu Arens: »Gerade für Studenten kann eine ehrenamtliche Tätigkeit von großem Vorteil sein und als Alternative zu einem Praktikum genutzt werden. Doch auch Arbeitssuchende, die sich ehrenamtlich engagieren, werden durch ihre Tätigkeit oft vor einer möglichen Isolation bewahrt, bleiben im Arbeitsleben und eignen sich neue Kompetenzen an. Das kann bei Bewerbungen durchaus positiv zu Buche schlagen.« Der Löwenanteil der Interessierten liegt allerdings erfahrungsgemäß bei den Senioren: »Wir vermitteln viele Ruheständler, die durch die ehrenamtliche Tätigkeit die Möglichkeit nutzen aus den eigenen vier Wänden raus zu kommen und so noch am Leben aktiven teilnehmen.«
Doch ob Rentner, Arbeitsloser, Student oder Berufstätiger allen Ehrenamtlichen bietet das Freiwilligenzentrum noch einen besonderen Anreiz sich weiterhin ehrenamtlich zu engagieren. Wer nämlich mehr als 150 Stunden im Jahr ehrenamtlich tätig ist (bei unter-18-Jährigen verringert sich die Zahl auf 75 Stunden im Jahr), bekommt einen sogenannten Ehrenamtspass. Dieser verhilft seinem Inhaber zu Vergünstigungen im Mainzer Einzelhandel oder niedrigeren Eintritten bei Kulturveranstaltungen und ist jeweils ein Jahr gültig.


Katrin Henrich