Heft 208 Januar 2008
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Straßen

Zanggasse:

Die Bleichen in die Zange genommen

Zanggasse
Zanggasse

Sie ist eine der Verbindungsgassen zwischen Großer Bleiche und Kaiserstraße. Quer durchs Bleichenviertel verläuft die Zanggasse. Erstmals wurde sie 1687 in alten Dokumenten erwähnt. Damals hieß die Straße noch Knoppsgasse. Wie sie zu ihrem heutigen, eher ungewöhnlichen Namen kommt, ist nicht eindeutig geklärt. Eine denkbare Variante zielt auf die Berufsgruppen ab, die sich dort möglicherweise im Mittelalter bevorzugt angesiedelt haben könnten.

Die Zange nämlich war als Hauszeichen bei Schmieden sehr beliebt. So könnte es sein, dass ein besonders bekannter oder auch mehrere Schmiede in dieser Gasse ihr Handwerk ausübten und metallene oder gemalte Zangen die Häuserfronten schmückten. Möglicherweise nannten die Mainzer deshalb die ganze Straße irgendwann schlicht Zanggasse. Die zweite Variante bezieht sich auf die Bedeutung des mittelhochdeutschen Begriffes »Zanke«, von dem auch der »Zacken« abstammt.

Möglicherweise gab es im Bereich der heutigen Zanggasse ein besonders markantes Grundstück, das zum Beispiel in einem Winkel eingeschlossenen lag oder eine sehr spitz zulaufende Form aufwies. Eins jedenfalls steht wohl fest: mit »zanken« hat die Namensgebung nichts zu tun. Die Bewohner der Zanggasse waren und sind bestimmt nicht streitsüchtiger als die restliche eher friedliebende Mainzer Bevölkerung!

Ilona Hartmann