Heft 208 Januar 2008
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Denkmal

Am Proviant-Magazin:

Symbol für Meenzer Gemütlichkeit

Schoppenstecher
Mainzer Schoppenstecher

Er ist klein, dicklich, hat ein kugelrundes Gesicht mit einem zufriedenen Grinsen und verkörpert die typisch meenzerische Lebenslust und Trinkfreudigkeit: der Mainzer Schoppenstecher. Das Bronzedenkmal steht in der Nähe des Schillerplatzes, am Straßenrand zwischen Schönborner Hof und Proviant-Magazin.

Das Wichtigste hält der kleine Mann in der Hand: ein typisches Mainzer Weinglas, die so genannte Mainzer Stange oder auch Schoppeglas. In der Mainzer Stange wird traditionell Mainzer Schoppenwein oder guter Trinkwein aus Rheinhessen ausgeschenkt. Sie hat ein Fassungsvermögen von 0,4 l.

Weil sie hoch und schmal ist, hat der Wein in einer Mainzer Stange wenig Sauerstoffkontakt. Dadurch bleibt das Aroma im Glas und der Wein etwas länger frisch. Deshalb vermutlich das zufriedene Grinsen des Schoppenstechers. Seinen Namen verdankt er übrigens der Tatsache, dass er seine Nase gerne tief und mit großer Ausdauer in seinen Weinschoppen steckt (früher »sticht«).

Geschaffen wurde das Standbild von dem Mainzer Porzellanfabrikanten Heinz Schaubach. Er war Mitglied in »Die Ehrbare Mainzer Weinzunft von 1443«, der »Mutter« aller modernen Weinbruderschaften. Den Schoppenstecher schenkte Schaubach der Stadt Mainz 1962 zu ihrer 2000-Jahr-Feier.

Seit 1973 kommt der Schoppenstecher regelmäßig zu ganz besonderen Ehren. Der Rheinhessenwein e.V. vergibt eine Miniaturnachbildung des Standbildes als Preis für besondere Verdienste um den rheinhessischen Wein. Einer der Preisträger und damit stolzer Besitzer eines Mini-Schoppenstechers ist beispielsweise Rainer Brüderle, langjähriger Wirtschafts- und damit auch Weinbauminister von Rheinland-Pfalz. Und mal ganz unter uns: wenn Rainer Brüderle zufrieden lächelt, dann ist eine gewisse ähnlichkeit mit dem Schoppenstecher tatsächlich nicht zu leugnen, oder?

Ilona Hartmann